Quelle

Über einen die Erzeugung und Verwandlung des Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt

von A. Einstein

Annalen der Physik (4) 17, 132–148 (1905).

[p. 132]
Über einen die Erzeugung und Verwandlung des Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt;
[p. 132]
von A. Einstein.

[p. 137]§ 3. Über die Entropie der Strahlung.

[p. 137]Die folgende Betrachtung ist in einer berühmten Arbeit des Hrn. W. Wien enthalten und soll hier nur der Vollständigkeit halber Platz finden.

Explained in A spectrum can determine an entropy derivative

[pp. 137–138]Es liege eine Strahlung vor, welche das Volumen vv einnehme. Wir nehmen an, daß die wahrnehmbaren Eigenschaften der vorliegenden Strahlung vollkommen bestimmt seien, wenn die Strahlungsdichte ϱ(ν)\varrho(\nu) für alle Frequenzen gegeben ist.[1)] Da Strahlungen von verschiedenen Frequenzen als ohne Arbeitsleistung und ohne Wärmezufuhr voneinander trennbar anzusehen sind, so ist die Entropie der Strahlung in der FormS=v∫0∞φ(ϱ,ν)dνS = v \int_0^\infty \varphi(\varrho, \nu) d \nuRadiation entropyVolumeSpectral entropy densitySpectral energy densityFrequency of the lightExplain this equation darstellbar, wobei φ\varphi eine Funktion der Variabeln ϱ\varrho und ν\nu bedeutet. Es kann φ\varphi auf eine Funktion von nur einer Variabeln reduziert werden durch Formulierung der Aussage, daß durch adiabatische Kompression einer Strahlung zwischen spiegelnden Wänden, deren Entropie nicht geändert wird. Wir wollen jedoch hierauf nicht eintreten, sondern sogleich untersuchen, wie die Funktion φ\varphi aus dem Strahlungsgesetz des schwarzen Körpers ermittelt werden kann.

Explained in A spectrum can determine an entropy derivative

[p. 138]Bei der „schwarzen Strahlung“ ist ϱ\varrho eine solche Funktion von ν\nu, daß die Entropie bei gegebener Energie ein Maximum ist, d. h. daßδ∫0∞φ(ϱ,ν)dν=0,\delta \int_0^\infty \varphi(\varrho, \nu) d \nu = 0,Spectral entropy densitySpectral energy densityFrequency of the lightExplain this equation wennδ∫0∞ϱdν=0.\delta \int_0^\infty \varrho d \nu = 0.Spectral energy densityFrequency of the lightExplain this equation Hieraus folgt, daß für jede Wahl des δϱ\delta \varrho als Funktion von ν\nu∫0∞(∂φ∂ϱ−λ)δϱdν=0,\int_0^\infty \left( \frac{\partial \varphi}{\partial \varrho} - \lambda \right) \delta \varrho d \nu = 0,Spectral entropy densitySpectral energy densityLagrange multiplierFrequency of the lightExplain this equation wobei λ\lambda von ν\nu unabhängig ist. Bei der schwarzen Strahlung ist also ∂φ/∂ϱ\partial \varphi / \partial \varrho von ν\nu unabhängig.

Explained in A spectrum can determine an entropy derivative

[pp. 138–139]Für die Temperaturzunahme einer schwarzen Strahlung vom Volumen v=1v = 1 um dTd T gilt die Gleichung:dS=∫ν=0ν=∞∂φ∂ϱdϱdν,d S = \int_{\nu = 0}^{\nu = \infty} \frac{\partial \varphi}{\partial \varrho} d \varrho d \nu,Radiation entropyFrequency of the lightSpectral entropy densitySpectral energy densityExplain this equation oder, da ∂φ/∂ϱ\partial \varphi / \partial \varrho von ν\nu unabhängig ist:dS=∂φ∂ϱdE.d S = \frac{\partial \varphi}{\partial \varrho} d E.Radiation entropySpectral entropy densitySpectral energy densityRadiation energy in the bandExplain this equation Da dEd E gleich der zugeführten Wärme und der Vorgang umkehrbar ist, so gilt auch:dS=1TdE.d S = \frac{1}{T} d E.Radiation entropyTemperature of the radiationRadiation energy in the bandExplain this equation Durch Vergleich erhält man:∂φ∂ϱ=1T.\frac{\partial \varphi}{\partial \varrho} = \frac{1}{T}.Spectral entropy densitySpectral energy densityTemperature of the radiationExplain this equation Dies ist das Gesetz der schwarzen Strahlung. Man kann also aus der Funktion φ\varphi das Gesetz der schwarzen Strahlung und umgekehrt aus letzterem die Funktion φ\varphi durch Integration bestimmen mit Rücksicht darauf, daß φ\varphi für ϱ=0\varrho = 0 verschwindet.

Explained in A spectrum can determine an entropy derivative

[p. 148]
Bern, den 17. März 1905.
[p. 148]
(Eingegangen 18. März 1905.)

Fußnoten

  1. 1) Diese Annahme ist eine willkürliche. Man wird naturgemäß an dieser einfachsten Annahme so lange festhalten, als nicht das Experiment dazu zwingt, sie zu verlassen. ↩

    Explained in A spectrum can determine an entropy derivative

Page 132 as printed in Annalen der Physik, volume 17.
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