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Über die von der molekularkinetischen Theorie der Wärme geforderte Bewegung von in ruhenden Flüssigkeiten suspendierten Teilchen
§ 3. Theorie der Diffusion kleiner suspendierter Kugeln.
In einer Flüssigkeit seien suspendierte Teilchen regellos verteilt. Wir wollen den dynamischen Gleichgewichtszustand derselben untersuchen unter der Voraussetzung, daß auf die einzelnen Teilchen eine Kraft wirkt, welche vom Orte, nicht aber von der Zeit abhängt. Der Einfachheit halber werde angenommen, daß die Kraft überall die Richtung der -Achse habe.
Explained in Why viscosity changes the spread
Es sei die Anzahl der suspendierten Teilchen pro Volumeneinheit, so ist im Falle des thermodynamischen Gleichgewichtes eine solche Funktion von , daß für eine beliebige virtuelle Verrückung der suspendierten Substanz die Variation der freien Energie verschwindet. Man hat also: Es werde angenommen, daß die Flüssigkeit senkrecht zur -Achse den Querschnitt 1 habe und durch die Ebenen und begrenzt sei. Man hat dann: und Die gesuchte Gleichgewichtsbedingung ist also: (1) oder Die letzte Gleichung sagt aus, daß der Kraft durch osmotische Druckkräfte das Gleichgewicht geleistet wird.
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Die Gleichung (1) benutzen wir, um den Diffusionskoeffizienten der suspendierten Substanz zu ermitteln. Wir können den eben betrachteten dynamischen Gleichgewichtszustand als die Superposition zweier in umgekehrtem Sinne verlaufender Prozesse auffassen, nämlich 1. einer Bewegung der suspendierten Substanz unter der Wirkung der auf jedes einzelne suspendierte Teilchen wirkenden Kraft , 2. eines Diffusionsvorganges, welcher als Folge der ungeordneten Bewegungen der Teilchen infolge der Molekularbewegung der Wärme aufzufassen ist.
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Haben die suspendierten Teilchen Kugelform (Kugelradius ) und besitzt die Flüssigkeit den Reibungskoeffizienten , so erteilt die Kraft dem einzelnen Teilchen die Geschwindigkeit1) und es treten durch die Querschnittseinheit pro Zeiteinheit Teilchen hindurch.
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Bezeichnet ferner den Diffusionskoeffizienten der suspendierten Substanz und die Masse eines Teilchens, so treten pro Zeiteinheit infolge der Diffusion oder Teilchen durch die Querschnittseinheit. Da dynamisches Gleichgewicht herrschen soll, so muß sein: (2)
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Aus den beiden für das dynamische Gleichgewicht gefundenen Bedingungen (1) und (2) kann man den Diffusionskoeffizienten berechnen. Man erhält: Der Diffusionskoeffizient der suspendierten Substanz hängt also außer von universellen Konstanten und der absoluten Temperatur nur vom Reibungskoeffizienten der Flüssigkeit und von der Größe der suspendierten Teilchen ab.
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Fußnoten
1) Vgl. z. B. G. Kirchhoff, Vorlesungen über Mechanik, 26. Vorlesung § 4.
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