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Über die von der molekularkinetischen Theorie der Wärme geforderte Bewegung von in ruhenden Flüssigkeiten suspendierten Teilchen
Bern, Mai 1905.
Annalen der Physik (4) 17, 549–560 (1905).
[p. 549]In dieser Arbeit soll gezeigt werden, daß nach der molekularkinetischen Theorie der Wärme in Flüssigkeiten suspendierte Körper von mikroskopisch sichtbarer Größe infolge der Molekularbewegung der Wärme Bewegungen von solcher Größe ausführen müssen, daß diese Bewegungen leicht mit dem Mikroskop nachgewiesen werden können. Es ist möglich, daß die hier zu behandelnden Bewegungen mit der sogenannten „Brownschen Molekularbewegung“ identisch sind; die mir erreichbaren Angaben über letztere sind jedoch so ungenau, daß ich mir hierüber kein Urteil bilden konnte.
Explained in What the paper sets out to show, and what would decide it
[p. 549]Wenn sich die hier zu behandelnde Bewegung samt den für sie zu erwartenden Gesetzmäßigkeiten wirklich beobachten läßt, so ist die klassische Thermodynamik schon für mikroskopisch unterscheidbare Räume nicht mehr als genau gültig anzusehen und es ist dann eine exakte Bestimmung der wahren Atomgröße möglich. Erwiese sich umgekehrt die Voraussage dieser Bewegung als unzutreffend, so wäre damit ein schwerwiegendes Argument gegen die molekularkinetische Auffassung der Wärme gegeben.
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[p. 549]§ 1. Über den suspendierten Teilchen zuzuschreibenden osmotischen Druck.
[pp. 549–550]Im Teilvolumen einer Flüssigkeit vom Gesamtvolumen seien -Gramm-Moleküle eines Nichtelektrolyten gelöst. Ist das Volumen durch eine für das Lösungsmittel, nicht aber für die gelöste Substanz durchlässige Wand vom reinen Lösungsmittel getrennt, so wirkt auf diese Wand der sogenannte osmotische Druck, welcher bei genügend großen Werten von der Gleichung genügt:Osmotic pressureVolumeGas constantAbsolute temperatureSolute amountExplain this equation
Explained in Why a suspended grain should press like a dissolved molecule
[p. 550]Sind hingegen statt der gelösten Substanz in dem Teilvolumen der Flüssigkeit kleine suspendierte Körper vorhanden, welche ebenfalls nicht durch die für das Lösungsmittel durchlässige Wand hindurchtreten können, so hat man nach der klassischen Theorie der Thermodynamik — wenigstens bei Vernachlässigung der uns hier nicht interessierenden Schwerkraft — nicht zu erwarten, daß auf die Wand eine Kraft wirke; denn die „freie Energie“ des Systems scheint nach der üblichen Auffassung nicht von der Lage der Wand und der suspendierten Körper abzuhängen, sondern nur von den Gesamtmassen und Qualitäten der suspendierten Substanz, der Flüssigkeit und der Wand, sowie von Druck und Temperatur. Es kämen allerdings für die Berechnung der freien Energie noch Energie und Entropie der Grenzflächen in Betracht (Kapillarkräfte); hiervon können wir jedoch absehen, indem bei den ins Auge zu fassenden Lagenänderungen der Wand und der suspendierten Körper Änderungen der Größe und Beschaffenheit der Berührungsflächen nicht eintreten mögen.
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[pp. 550–551]Vom Standpunkte der molekularkinetischen Wärmetheorie aus kommt man aber zu einer anderen Auffassung. Nach dieser Theorie unterscheidet sich ein gelöstes Molekül von einem suspendierten Körper lediglich durch die Größe, und man sieht nicht ein, warum einer Anzahl suspendierter Körper nicht derselbe osmotische Druck entsprechen sollte, wie der nämlichen Anzahl gelöster Moleküle. Man wird anzunehmen haben, daß die suspendierten Körper infolge der Molekularbewegung der Flüssigkeit eine wenn auch sehr langsame ungeordnete Bewegung in der Flüssigkeit ausführen; werden sie durch die Wand verhindert, das Volumen zu verlassen, so werden sie auf die Wand Kräfte ausüben, ebenso wie gelöste Moleküle. Sind also suspendierte Körper im Volumen , also in der Volumeneinheit vorhanden, und sind benachbarte unter ihnen genügend weit voneinander entfernt, so wird ihnen ein osmotischer Druck entsprechen von der Größe:Osmotic pressureGas constantAbsolute temperatureVolumeParticle countAvogadro's numberNumber densityExplain this equation wobei die Anzahl der in einem Gramm-Molekül enthaltenen wirklichen Moleküle bedeutet. Im nächsten Paragraph soll gezeigt werden, daß die molekularkinetische Theorie der Wärme wirklich zu dieser erweiterten Auffassung des osmotischen Druckes führt.
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[p. 551]Sind Zustandsvariable eines physikalischen Systems, welche den momentanen Zustand desselben vollkommen bestimmen (z. B. die Koordinaten und Geschwindigkeitskomponenten aller Atome des Systems) und ist das vollständige System der Veränderungsgleichungen dieser Zustandsvariabeln von der FormState variableElapsed timeState variable rateState variableState variableExplain this equation gegeben, wobei , so ist die Entropie des Systems durch den Ausdruck gegeben:EntropySystem energyAbsolute temperatureBoltzmann constantMicrostate energyState variableState variableExplain this equation Hierbei bedeutet die absolute Temperatur, die Energie des Systems, die Energie als Funktion der . Das Integral ist über alle mit den Bedingungen des Problems vereinbaren Wertekombinationen der zu erstrecken. ist mit der oben erwähnten Konstanten durch die Relation verbunden. Für die freie Energie erhalten wir daher:Free energyGas constantAvogadro's numberAbsolute temperatureMicrostate energyState variableState variableConfiguration integralExplain this equation
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[p. 552]Wir denken uns nun eine in dem Volumen eingeschlossene Flüssigkeit; in dem Teilvolumen von mögen sich gelöste Moleküle bez. suspendierte Körper befinden, welche im Volumen durch eine semipermeabele Wand festgehalten seien; es werden hierdurch die Integrationsgrenzen des in den Ausdrücken für und auftretenden Integrales beeinflußt. Das Gesamtvolumen der gelösten Moleküle bez. suspendierten Körper sei klein gegen . Dies System werde im Sinne der erwähnten Theorie durch die Zustandsvariabeln vollständig dargestellt.
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[p. 552]Wäre nun auch das molekulare Bild bis in alle Einzelheiten festgelegt, so böte doch die Ausrechnung des Integrales solche Schwierigkeiten, daß an eine exakte Berechnung von kaum gedacht werden könnte. Wir brauchen jedoch hier nur zu wissen, wie von der Größe des Volumens abhängt, in welchem alle gelösten Moleküle bez. suspendierten Körper (im folgenden kurz „Teilchen“ genannt) enthalten sind.
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[pp. 552–553]Wir nennen die rechtwinkligen Koordinaten des Schwerpunktes des ersten Teilchens, die des zweiten etc., die des letzten Teilchens und geben für die Schwerpunkte der Teilchen die unendlich kleinen parallelepipedförmigen Gebiete , welche alle in gelegen seien. Gesucht sei der Wert des im Ausdruck für auftretenden Integrales mit der Beschränkung, daß die Teilchenschwerpunkte in den ihnen soeben zugewiesenen Gebieten liegen. Dies Integral läßt sich jedenfalls auf die FormConfiguration integralLatent position (one dimension)Latent position (one dimension)Latent position (one dimension)Configuration integral factorExplain this equation bringen, wobei von etc., sowie von , d. h. von der Lage der semipermeabeln Wand, unabhängig ist. ist aber auch unabhängig von der speziellen Wahl der Lagen der Schwerpunktsgebiete und von dem Werte von , wie sogleich gezeigt werden soll. Sei nämlich ein zweites System von unendlich kleinen Gebieten für die Teilchenschwerpunkte gegeben und bezeichnet durch , welche Gebiete sich von den ursprünglich gegebenen nur durch ihre Lage, nicht aber durch ihre Größe unterscheiden mögen und ebenfalls alle in enthalten seien, so gilt analog:Configuration integralLatent position (one dimension)Latent position (one dimension)Latent position (one dimension)Configuration integral factorExplain this equation wobeiLatent position (one dimension)Latent position (one dimension)Latent position (one dimension)Latent position (one dimension)Latent position (one dimension)Latent position (one dimension)Explain this equation Es ist also:Configuration integralConfiguration integralConfiguration integral factorConfiguration integral factorExplain this equation
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[p. 553]Aus der in den zitierten Arbeiten gegebenen molekularen Theorie der Wärme läßt sich aber leicht folgern[1)], daß bez. gleich ist der Wahrscheinlichkeit dafür, daß sich in einem beliebig herausgegriffenen Zeitpunkte die Teilchenschwerpunkte in den Gebieten bez. in den Gebieten befinden. Sind nun die Bewegungen der einzelnen Teilchen (mit genügender Annäherung) voneinander unabhängig, ist die Flüssigkeit homogen und wirken auf die Teilchen keine Kräfte, so müssen bei gleicher Größe der Gebiete die den beiden Gebietssystemen zukommenden Wahrscheinlichkeiten einander gleich sein, so daß gilt:Configuration integralConfiguration integralExplain this equation Aus dieser und aus der zuletzt gefundenen Gleichung folgt aberConfiguration integral factorConfiguration integral factorExplain this equation
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[p. 553]Es ist somit erwiesen, daß weder von noch von abhängig ist. Durch Integration erhält manConfiguration integralConfiguration integral factorLatent position (one dimension)Latent position (one dimension)VolumeParticle countExplain this equation und darausFree energyGas constantAbsolute temperatureAvogadro's numberConfiguration integral factorParticle countVolumeExplain this equation undOsmotic pressureFree energyVolumeGas constantAbsolute temperatureParticle countAvogadro's numberNumber densityExplain this equation
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[p. 553]Durch diese Betrachtung ist gezeigt, daß die Existenz des osmotischen Druckes eine Konsequenz der molekularkinetischen Theorie der Wärme ist, und daß nach dieser Theorie gelöste Moleküle und suspendierte Körper von gleicher Anzahl sich in bezug auf osmotischen Druck bei großer Verdünnung vollkommen gleich verhalten.
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[p. 554]§ 3. Theorie der Diffusion kleiner suspendierter Kugeln.
[p. 554]In einer Flüssigkeit seien suspendierte Teilchen regellos verteilt. Wir wollen den dynamischen Gleichgewichtszustand derselben untersuchen unter der Voraussetzung, daß auf die einzelnen Teilchen eine Kraft wirkt, welche vom Orte, nicht aber von der Zeit abhängt. Der Einfachheit halber werde angenommen, daß die Kraft überall die Richtung der -Achse habe.
Explained in Why viscosity changes the spread
[p. 554]Es sei die Anzahl der suspendierten Teilchen pro Volumeneinheit, so ist im Falle des thermodynamischen Gleichgewichtes eine solche Funktion von , daß für eine beliebige virtuelle Verrückung der suspendierten Substanz die Variation der freien Energie verschwindet. Man hat also:Free energySystem energyAbsolute temperatureEntropyExplain this equation Es werde angenommen, daß die Flüssigkeit senkrecht zur -Achse den Querschnitt 1 habe und durch die Ebenen und begrenzt sei. Man hat dann:System energyColumn lengthExternal force per particleNumber densityExplain this equation undEntropyColumn lengthGas constantNumber densityAvogadro's numberExplain this equation Die gesuchte Gleichgewichtsbedingung ist also:External force per particleNumber densityGas constantAbsolute temperatureAvogadro's numberExplain this equation oderExternal force per particleNumber densityOsmotic pressureExplain this equation Die letzte Gleichung sagt aus, daß der Kraft durch osmotische Druckkräfte das Gleichgewicht geleistet wird.
Explained in Why viscosity changes the spread
[pp. 554–555]Die Gleichung (1) benutzen wir, um den Diffusionskoeffizienten der suspendierten Substanz zu ermitteln. Wir können den eben betrachteten dynamischen Gleichgewichtszustand als die Superposition zweier in umgekehrtem Sinne verlaufender Prozesse auffassen, nämlich
1. einer Bewegung der suspendierten Substanz unter der Wirkung der auf jedes einzelne suspendierte Teilchen wirkenden Kraft ,
2. eines Diffusionsvorganges, welcher als Folge der ungeordneten Bewegungen der Teilchen infolge der Molekularbewegung der Wärme aufzufassen ist.
Explained in Why viscosity changes the spread
[p. 555]Haben die suspendierten Teilchen Kugelform (Kugelradius ) und besitzt die Flüssigkeit den Reibungskoeffizienten , so erteilt die Kraft dem einzelnen Teilchen die Geschwindigkeit[1)]External force per particleDynamic viscosityParticle radiusExplain this equation und es treten durch die Querschnittseinheit pro ZeiteinheitNumber densityExternal force per particleDynamic viscosityParticle radiusExplain this equation Teilchen hindurch.
Explained in Why viscosity changes the spread
[p. 555]Bezeichnet ferner den Diffusionskoeffizienten der suspendierten Substanz und die Masse eines Teilchens, so treten pro Zeiteinheit infolge der DiffusionDiffusion coefficientParticle massNumber densityExplain this equation oderDiffusion coefficientNumber densityExplain this equation Teilchen durch die Querschnittseinheit. Da dynamisches Gleichgewicht herrschen soll, so muß sein:Number densityExternal force per particleDynamic viscosityParticle radiusDiffusion coefficientExplain this equation
Explained in Why viscosity changes the spread
[pp. 555–556]Aus den beiden für das dynamische Gleichgewicht gefundenen Bedingungen (1) und (2) kann man den Diffusionskoeffizienten berechnen. Man erhält:Diffusion coefficientGas constantAbsolute temperatureAvogadro's numberDynamic viscosityParticle radiusExplain this equation Der Diffusionskoeffizient der suspendierten Substanz hängt also außer von universellen Konstanten und der absoluten Temperatur nur vom Reibungskoeffizienten der Flüssigkeit und von der Größe der suspendierten Teilchen ab.
Explained in Why viscosity changes the spread
[p. 556]§ 4. Über die ungeordnete Bewegung von in einer Flüssigkeit suspendierten Teilchen und deren Beziehung zur Diffusion.
[p. 556]Wir gehen nun dazu über, die ungeordneten Bewegungen genauer zu untersuchen, welche, von der Molekularbewegung der Wärme hervorgerufen, Anlaß zu der im letzten Paragraphen untersuchten Diffusion geben.
Explained in From a step law to a density law
[p. 556]Es muß offenbar angenommen werden, daß jedes einzelne Teilchen eine Bewegung ausführe, welche unabhängig ist von der Bewegung aller anderen Teilchen; es werden auch die Bewegungen eines und desselben Teilchens in verschiedenen Zeitintervallen als voneinander unabhängige Vorgänge aufzufassen sein, solange wir diese Zeitintervalle nicht zu klein gewählt denken.
Explained in Why the square grows with time
[p. 556]Wir führen ein Zeitintervall in die Betrachtung ein, welches sehr klein sei gegen die beobachtbaren Zeitintervalle, aber doch so groß, daß die in zwei aufeinanderfolgenden Zeitintervallen von einem Teilchen ausgeführten Bewegungen als voneinander unabhängige Ereignisse aufzufassen sind.
Explained in Why the square grows with time and From a step law to a density law
[p. 556]Seien nun in einer Flüssigkeit im ganzen suspendierte Teilchen vorhanden. In einem Zeitintervall werden sich die -Koordinaten der einzelnen Teilchen um vergrößern, wobei für jedes Teilchen einen anderen (positiven oder negativen) Wert hat. Es wird für ein gewisses Häufigkeitsgesetz gelten; die Anzahl der Teilchen, welche in dem Zeitintervall eine Verschiebung erfahren, welche zwischen und liegt, wird durch eine Gleichung von der FormParticle countJump densityDisplacement in one intervalExplain this equation ausdrückbar sein, wobeiJump densityDisplacement in one intervalExplain this equation und nur für sehr kleine Werte von von Null verschieden ist und die BedingungJump densityDisplacement in one intervalExplain this equation erfüllt.
Explained in From a step law to a density law
[p. 557]Wir untersuchen nun, wie der Diffusionskoeffizient von abhängt, wobei wir uns wieder auf den Fall beschränken, daß die Anzahl der Teilchen pro Volumeneinheit nur von und abhängt.
Explained in From a step law to a density law
[pp. 557–558]Es sei die Anzahl der Teilchen pro Volumeneinheit, wir berechnen die Verteilung der Teilchen zur Zeit aus deren Verteilung zur Zeit . Aus der Definition der Funktion ergibt sich leicht die Anzahl der Teilchen, welche sich zur Zeit zwischen zwei zur -Achse senkrechten Ebenen mit den Abszissen und befinden. Man erhält:Number densityTimeStep intervalDisplacement in one intervalJump densityExplain this equation Nun können wir aber, da sehr klein ist, setzen:Number densityTimeStep intervalExplain this equation Ferner entwickeln wir nach Potenzen von :Number densityDisplacement in one intervalTimeExplain this equation Diese Entwicklung können wir unter dem Integral vornehmen, da zu letzterem nur sehr kleine Werte von etwas beitragen. Wir erhalten:Number densityTimeStep intervalJump densityDisplacement in one intervalExplain this equation Auf der rechten Seite verschwindet wegen das zweite, vierte etc. Glied, während von dem ersten, dritten, fünften etc. Gliede jedes folgende gegen das vorhergehende sehr klein ist. Wir erhalten aus dieser Gleichung, indem wir berücksichtigen, daßJump densityDisplacement in one intervalExplain this equation und indem wirStep intervalDisplacement in one intervalJump densityDiffusion coefficientExplain this equation setzen und nur das erste und dritte Glied der rechten Seite berücksichtigen:Number densityTimeDiffusion coefficientExplain this equation
Explained in From a step law to a density law
[p. 558]Dies ist die bekannte Differentialgleichung der Diffusion, und man erkennt, daß der Diffusionskoeffizient ist.
Explained in From a step law to a density law
[p. 558]An diese Entwicklung läßt sich noch eine wichtige Überlegung anknüpfen. Wir haben angenommen, daß die einzelnen Teilchen alle auf dasselbe Koordinatensystem bezogen seien. Dies ist jedoch nicht nötig, da die Bewegungen der einzelnen Teilchen voneinander unabhängig sind. Wir wollen nun die Bewegung jedes Teilchens auf ein Koordinatensystem beziehen, dessen Ursprung mit der Lage des Schwerpunktes des betreffenden Teilchens zur Zeit zusammenfällt, mit dem Unterschiede, daß jetzt die Anzahl der Teilchen bedeutet, deren -Koordinaten von der Zeit bis zur Zeit um eine Größe gewachsen ist, welche zwischen und liegt. Auch in diesem Falle ändert sich also die Funktion gemäß Gleichung (1). Ferner muß offenbar für und Number densityTimeParticle countExplain this equation sein. Das Problem, welches mit dem Problem der Diffusion von einem Punkte aus (unter Vernachlässigung der Wechselwirkung der diffundierenden Teilchen) übereinstimmt, ist nun mathematisch vollkommen bestimmt; seine Lösung ist:Number densityTimeParticle countDiffusion coefficientExplain this equation
Explained in What the spreading curve predicts
[pp. 558–559]Die Häufigkeitsverteilung der in einer beliebigen Zeit erfolgten Lagenänderungen ist also dieselbe wie die der zufälligen Fehler, was zu vermuten war. Von Bedeutung aber ist, wie die Konstante im Exponenten mit dem Diffusionskoeffizienten zusammenhängt. Wir berechnen nun mit Hilfe dieser Gleichung die Verrückung in Richtung der -Achse, welche ein Teilchen im Mittel erfährt, oder — genauer ausgedrückt — die Wurzel aus dem arithmetischen Mittel der Quadrate der Verrückungen in Richtung der -Achse; es ist:Coordinate RMS displacementMean-square displacement (one dimension)Diffusion coefficientObservation intervalExplain this equation
Explained in What the spreading curve predicts and Zero average is not no movement
[p. 559]Die mittlere Verschiebung ist also proportional der Quadratwurzel aus der Zeit. Man kann leicht zeigen, daß die Wurzel aus dem Mittelwert der Quadrate der Gesamtverschiebungen der Teilchen den Wert besitzt.
Explained in Why the square grows with time and Zero average is not no movement
[p. 559]§ 5. Formel für die mittlere Verschiebung suspendierter Teilchen. Eine neue Methode zur Bestimmung der wahren Größe der Atome.
[p. 559]In § 3 haben wir für den Diffusionskoeffizienten eines in einer Flüssigkeit in Form von kleinen Kugeln vom Radius suspendierten Stoffes den Wert gefunden:Diffusion coefficientGas constantAbsolute temperatureAvogadro's numberDynamic viscosityParticle radiusExplain this equation Ferner fanden wir in § 4 für den Mittelwert der Verschiebungen der Teilchen in Richtung der -Achse in der Zeit :Coordinate RMS displacementDiffusion coefficientObservation intervalExplain this equation Durch Eliminieren von erhalten wir:Coordinate RMS displacementObservation intervalGas constantAbsolute temperatureAvogadro's numberDynamic viscosityParticle radiusExplain this equation Diese Gleichung läßt erkennen, wie von , und abhängen muß.
Explained in Why viscosity changes the spread
[p. 559]Wir wollen berechnen, wie groß für eine Sekunde ist, wenn gemäß den Resultaten der kinetischen Gastheorie gesetzt wird; es sei als Flüssigkeit Wasser von 17° C. gewählt () und der Teilchendurchmesser sei 0,001 mm. Man erhält:Coordinate RMS displacementExplain this equation Die mittlere Verschiebung in 1 Min. wäre also ca. 6 Mikron.
Explained in Why viscosity changes the spread and What would let us count molecules?
[p. 560]Umgekehrt läßt sich die gefundene Beziehung zur Bestimmung von benutzen. Man erhält:Estimated Avogadro numberObservation intervalCoordinate RMS displacementGas constantAbsolute temperatureDynamic viscosityParticle radiusExplain this equation
Explained in What would let us count molecules?
[p. 560]Möge es bald einem Forscher gelingen, die hier aufgeworfene, für die Theorie der Wärme wichtige Frage zu entscheiden!
Explained in What would let us count molecules?
Fußnoten
- 1) In diesem Paragraph sind die Arbeiten des Verfassers über die Grundlagen der Thermodynamik als bekannt vorausgesetzt (vgl. Ann. d. Phys. 9. p. 417. 1902; 11. p. 170. 1903). Für das Verständnis der Resultate der vorliegenden Arbeit ist die Kenntnis jener Arbeiten sowie dieses Paragraphen der vorliegenden Arbeit entbehrlich. ↩
Explained in How molecular theory gives the osmotic law without solving the motion
- 1) A. Einstein, Ann. d. Phys. 11. p. 170. 1903. ↩
Explained in How molecular theory gives the osmotic law without solving the motion
- 1) Vgl. z. B. G. Kirchhoff, Vorlesungen über Mechanik, 26. Vorlesung § 4. ↩
Explained in Why viscosity changes the spread
