Quelle

Zur Elektrodynamik bewegter Körper

von A. Einstein

Annalen der Physik (4) 17, 891–921 (1905).

[p. 891]
Zur Elektrodynamik bewegter Körper;
[p. 891]
von A. Einstein.

[p. 891]Daß die Elektrodynamik Maxwells — wie dieselbe gegenwärtig aufgefaßt zu werden pflegt — in ihrer Anwendung auf bewegte Körper zu Asymmetrien führt, welche den Phänomenen nicht anzuhaften scheinen, ist bekannt. Man denke z. B. an die elektrodynamische Wechselwirkung zwischen einem Magneten und einem Leiter. Das beobachtbare Phänomen hängt hier nur ab von der Relativbewegung von Leiter und Magnet, während nach der üblichen Auffassung die beiden Fälle, daß der eine oder der andere dieser Körper der bewegte sei, streng voneinander zu trennen sind. Bewegt sich nämlich der Magnet und ruht der Leiter, so entsteht in der Umgebung des Magneten ein elektrisches Feld von gewissem Energiewerte, welches an den Orten, wo sich Teile des Leiters befinden, einen Strom erzeugt. Ruht aber der Magnet und bewegt sich der Leiter, so entsteht in der Umgebung des Magneten kein elektrisches Feld, dagegen im Leiter eine elektromotorische Kraft, welcher an sich keine Energie entspricht, die aber — Gleichheit der Relativbewegung bei den beiden ins Auge gefaßten Fällen vorausgesetzt — zu elektrischen Strömen von derselben Größe und demselben Verlaufe Veranlassung gibt, wie im ersten Falle die elektrischen Kräfte.

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[pp. 891–892]Beispiele ähnlicher Art, sowie die mißlungenen Versuche, eine Bewegung der Erde relativ zum „Lichtmedium“ zu konstatieren, führen zu der Vermutung, daß dem Begriffe der absoluten Ruhe nicht nur in der Mechanik, sondern auch in der Elektrodynamik keine Eigenschaften der Erscheinungen entsprechen, sondern daß vielmehr für alle Koordinatensysteme, für welche die mechanischen Gleichungen gelten, auch die gleichen elektrodynamischen und optischen Gesetze gelten, wie dies für die Größen erster Ordnung bereits erwiesen ist. Wir wollen diese Vermutung (deren Inhalt im folgenden „Prinzip der Relativität“ genannt werden wird) zur Voraussetzung erheben und außerdem die mit ihm nur scheinbar unverträgliche Voraussetzung einführen, daß sich das Licht im leeren Raume stets mit einer bestimmten, vom Bewegungszustande des emittierenden Körpers unabhängigen Geschwindigkeit VV fortpflanze. Diese beiden Voraussetzungen genügen, um zu einer einfachen und widerspruchsfreien Elektrodynamik bewegter Körper zu gelangen unter Zugrundelegung der Maxwellschen Theorie für ruhende Körper. Die Einführung eines „Lichtäthers“ wird sich insofern als überflüssig erweisen, als nach der zu entwickelnden Auffassung weder ein mit besonderen Eigenschaften ausgestatteter „absolut ruhender Raum“ eingeführt, noch einem Punkte des leeren Raumes, in welchem elektromagnetische Prozesse stattfinden, ein Geschwindigkeitsvektor zugeordnet wird.

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[p. 892]Die zu entwickelnde Theorie stützt sich — wie jede andere Elektrodynamik — auf die Kinematik des starren Körpers, da die Aussagen einer jeden Theorie Beziehungen zwischen starren Körpern (Koordinatensystemen), Uhren und elektromagnetischen Prozessen betreffen. Die nicht genügende Berücksichtigung dieses Umstandes ist die Wurzel der Schwierigkeiten, mit denen die Elektrodynamik bewegter Körper gegenwärtig zu kämpfen hat.

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[p. 892]I. Kinematischer Teil.

[p. 892]§ 1. Definition der Gleichzeitigkeit.

[p. 892]Es liege ein Koordinatensystem vor, in welchem die Newtonschen mechanischen Gleichungen gelten. Wir nennen dies Koordinatensystem zur sprachlichen Unterscheidung von später einzuführenden Koordinatensystemen und zur Präzisierung der Vorstellung das „ruhende System“.

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[p. 892]Ruht ein materieller Punkt relativ zu diesem Koordinatensystem, so kann seine Lage relativ zu letzterem durch starre Maßstäbe unter Benutzung der Methoden der euklidischen Geometrie bestimmt und in kartesischen Koordinaten ausgedrückt werden.

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[pp. 892–893]Wollen wir die Bewegung eines materiellen Punktes beschreiben, so geben wir die Werte seiner Koordinaten in Funktion der Zeit. Es ist nun wohl im Auge zu behalten, daß eine derartige mathematische Beschreibung erst dann einen physikalischen Sinn hat, wenn man sich vorher darüber klar geworden ist, was hier unter „Zeit“ verstanden wird. Wir haben zu berücksichtigen, daß alle unsere Urteile, in welchen die Zeit eine Rolle spielt, immer Urteile über gleichzeitige Ereignisse sind. Wenn ich z. B. sage: „Jener Zug kommt hier um 7 Uhr an,“ so heißt dies etwa: „Das Zeigen des kleinen Zeigers meiner Uhr auf 7 und das Ankommen des Zuges sind gleichzeitige Ereignisse.“[1)]

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[p. 893]Es könnte scheinen, daß alle die Definition der „Zeit“ betreffenden Schwierigkeiten dadurch überwunden werden könnten, daß ich an Stelle der „Zeit“ die „Stellung des kleinen Zeigers meiner Uhr“ setze. Eine solche Definition genügt in der Tat, wenn es sich darum handelt, eine Zeit zu definieren ausschließlich für den Ort, an welchem sich die Uhr eben befindet; die Definition genügt aber nicht mehr, sobald es sich darum handelt, an verschiedenen Orten stattfindende Ereignisreihen miteinander zeitlich zu verknüpfen, oder — was auf dasselbe hinausläuft — Ereignisse zeitlich zu werten, welche in von der Uhr entfernten Orten stattfinden.

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[p. 893]Wir könnten uns allerdings damit begnügen, die Ereignisse dadurch zeitlich zu werten, daß ein samt der Uhr im Koordinatenursprung befindlicher Beobachter jedem von einem zu wertenden Ereignis Zeugnis gebenden, durch den leeren Raum zu ihm gelangenden Lichtzeichen die entsprechende Uhrzeigerstellung zuordnet. Eine solche Zuordnung bringt aber den Übelstand mit sich, daß sie vom Standpunkte des mit der Uhr versehenen Beobachters nicht unabhängig ist, wie wir durch die Erfahrung wissen. Zu einer weit praktischeren Festsetzung gelangen wir durch folgende Betrachtung.

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[pp. 893–894]Befindet sich im Punkte AA des Raumes eine Uhr, so kann ein in AA befindlicher Beobachter die Ereignisse in der unmittelbaren Umgebung von AA zeitlich werten durch Aufsuchen der mit diesen Ereignissen gleichzeitigen Uhrzeigerstellungen. Befindet sich auch im Punkte BB des Raumes eine Uhr — wir wollen hinzufügen, „eine Uhr von genau derselben Beschaffenheit wie die in AA befindliche“ — so ist auch eine zeitliche Wertung der Ereignisse in der unmittelbaren Umgebung von BB durch einen in BB befindlichen Beobachter möglich. Es ist aber ohne weitere Festsetzung nicht möglich, ein Ereignis in AA mit einem Ereignis in BB zeitlich zu vergleichen; wir haben bisher nur eine „AA-Zeit“ und eine „BB-Zeit“, aber keine für AA und BB gemeinsame „Zeit“ definiert. Die letztere Zeit kann nun definiert werden, indem man durch Definition festsetzt, daß die „Zeit“, welche das Licht braucht, um von AA nach BB zu gelangen, gleich ist der „Zeit“, welche es braucht, um von BB nach AA zu gelangen. Es gehe nämlich ein Lichtstrahl zur „AA-Zeit“ tAt_A von AA nach BB ab, werde zur „BB-Zeit“ tBt_B in BB gegen AA zu reflektiert und gelange zur „AA-Zeit“ tA′t'_A nach AA zurück. Die beiden Uhren laufen definitionsgemäß synchron, wenntB−tA=tA′−tB.t_B - t_A = t'_A - t_B .Time in the stationary systemTime in the stationary systemTime in the stationary systemExplain this equation

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[p. 894]Wir nehmen an, daß diese Definition des Synchronismus in widerspruchsfreier Weise möglich sei, und zwar für beliebig viele Punkte, daß also allgemein die Beziehungen gelten:
1. Wenn die Uhr in BB synchron mit der Uhr in AA läuft, so läuft die Uhr in AA synchron mit der Uhr in BB.
2. Wenn die Uhr in AA sowohl mit der Uhr in BB als auch mit der Uhr in CC synchron läuft, so laufen auch die Uhren in BB und CC synchron relativ zueinander.

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[p. 894]Wir haben so unter Zuhilfenahme gewisser (gedachter) physikalischer Erfahrungen festgelegt, was unter synchron laufenden, an verschiedenen Orten befindlichen, ruhenden Uhren zu verstehen ist und damit offenbar eine Definition von „gleichzeitig“ und „Zeit“ gewonnen. Die „Zeit“ eines Ereignisses ist die mit dem Ereignis gleichzeitige Angabe einer am Orte des Ereignisses befindlichen, ruhenden Uhr, welche mit einer bestimmten, ruhenden Uhr, und zwar für alle Zeitbestimmungen mit der nämlichen Uhr, synchron läuft.

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[p. 894]Wir setzen noch der Erfahrung gemäß fest, daß die Größe2AB‾tA′−tA=V\frac{2 \overline{AB}}{t'_A - t_A} = VDistance between two eventsTime in the stationary systemTime in the stationary systemSpeed of lightExplain this equation eine universelle Konstante (die Lichtgeschwindigkeit im leeren Raume) sei.

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[pp. 894–895]Wesentlich ist, daß wir die Zeit mittels im ruhenden System ruhender Uhren definiert haben; wir nennen die eben definierte Zeit wegen dieser Zugehörigkeit zum ruhenden System „die Zeit des ruhenden Systems“.

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[p. 895]§ 2. Über die Relativität von Längen und Zeiten.

[p. 895]Die folgenden Überlegungen stützen sich auf das Relativitätsprinzip und auf das Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit, welche beiden Prinzipien wir folgendermaßen definieren.
1. Die Gesetze, nach denen sich die Zustände der physikalischen Systeme ändern, sind unabhängig davon, auf welches von zwei relativ zueinander in gleichförmiger Translationsbewegung befindlichen Koordinatensystemen diese Zustandsänderungen bezogen werden.
2. Jeder Lichtstrahl bewegt sich im „ruhenden“ Koordinatensystem mit der bestimmten Geschwindigkeit VV, unabhängig davon, ob dieser Lichtstrahl von einem ruhenden oder bewegten Körper emittiert ist. Hierbei istGeschwindigkeit=LichtwegZeitdauer,\text{Geschwindigkeit} = \frac{\text{Lichtweg}}{\text{Zeitdauer}} ,Explain this equation wobei „Zeitdauer“ im Sinne der Definition des § 1 aufzufassen ist.

Explained in A length is a specified pair of events

[pp. 895–896]Es sei ein ruhender starrer Stab gegeben; derselbe besitze, mit einem ebenfalls ruhenden Maßstabe gemessen, die Länge ll. Wir denken uns nun die Stabachse in die XX-Achse des ruhenden Koordinatensystems gelegt und dem Stabe hierauf eine gleichförmige Paralleltranslationsbewegung (Geschwindigkeit vv) längs der XX-Achse im Sinne der wachsenden xx erteilt. Wir fragen nun nach der Länge des bewegten Stabes, welche wir uns durch folgende zwei Operationen ermittelt denken:
a) Der Beobachter bewegt sich samt dem vorher genannten Maßstabe mit dem auszumessenden Stabe und mißt direkt durch Anlegen des Maßstabes die Länge des Stabes, ebenso, wie wenn sich auszumessender Stab, Beobachter und Maßstab in Ruhe befänden.
b) Der Beobachter ermittelt mittels im ruhenden Systeme aufgestellter, gemäß § 1 synchroner, ruhender Uhren, in welchen Punkten des ruhenden Systems sich Anfang und Ende des auszumessenden Stabes zu einer bestimmten Zeit tt befinden.
Die Entfernung dieser beiden Punkte, gemessen mit dem schon benutzten, in diesem Falle ruhenden Maßstabe ist ebenfalls eine Länge, welche man als „Länge des Stabes“ bezeichnen kann.

Explained in A length is a specified pair of events

[p. 896]Nach dem Relativitätsprinzip muß die bei der Operation a) zu findende Länge, welche wir „die Länge des Stabes im bewegten System“ nennen wollen, gleich der Länge ll des ruhenden Stabes sein.

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[p. 896]Die bei der Operation b) zu findende Länge, welche wir „die Länge des (bewegten) Stabes im ruhenden System“ nennen wollen, werden wir unter Zugrundelegung unserer beiden Prinzipien bestimmen und finden, daß sie von ll verschieden ist.

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[p. 896]Die allgemein gebrauchte Kinematik nimmt stillschweigend an, daß die durch die beiden erwähnten Operationen bestimmten Längen einander genau gleich seien, oder mit anderen Worten, daß ein bewegter starrer Körper in der Zeitepoche tt in geometrischer Beziehung vollständig durch denselben Körper, wenn er in bestimmter Lage ruht, ersetzbar sei.

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[p. 896]Wir denken uns ferner an den beiden Stabenden (AA und BB) Uhren angebracht, welche mit den Uhren des ruhenden Systems synchron sind, d. h. deren Angaben jeweilen der „Zeit des ruhenden Systems“ an den Orten, an welchen sie sich gerade befinden, entsprechen; diese Uhren sind also „synchron im ruhenden System“.

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[pp. 896–897]Wir denken uns ferner, daß sich bei jeder Uhr ein mit ihr bewegter Beobachter befinde, und daß diese Beobachter auf die beiden Uhren das im § 1 aufgestellte Kriterium für den synchronen Gang zweier Uhren anwenden. Zur Zeit[1)] tAt_A gehe ein Lichtstrahl von AA aus, werde zur Zeit tBt_B in BB reflektiert und gelange zur Zeit tA′t'_A nach AA zurück. Unter Berücksichtigung des Prinzipes von der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit finden wir:tB−tA=rABV−vt_B - t_A = \frac{r_{AB}}{V - v}Time in the stationary systemTime in the stationary systemLength of the moving rodSpeed of lightSpeed of the moving systemExplain this equation undtA′−tB=rABV+v,t'_A - t_B = \frac{r_{AB}}{V + v} ,Time in the stationary systemTime in the stationary systemLength of the moving rodSpeed of lightSpeed of the moving systemExplain this equation wobei rABr_{AB} die Länge des bewegten Stabes — im ruhenden System gemessen — bedeutet. Mit dem bewegten Stabe bewegte Beobachter würden also die beiden Uhren nicht synchron gehend finden, während im ruhenden System befindliche Beobachter die Uhren als synchron laufend erklären würden.

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[p. 897]Wir sehen also, daß wir dem Begriffe der Gleichzeitigkeit keine absolute Bedeutung beimessen dürfen, sondern daß zwei Ereignisse, welche, von einem Koordinatensystem aus betrachtet, gleichzeitig sind, von einem relativ zu diesem System bewegten System aus betrachtet, nicht mehr als gleichzeitige Ereignisse aufzufassen sind.

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[p. 897]§ 3. Theorie der Koordinaten- und Zeittransformation von dem ruhenden auf ein relativ zu diesem in gleichförmiger Translationsbewegung befindliches System.

[p. 897]Seien im „ruhenden“ Raume zwei Koordinatensysteme, d. h. zwei Systeme von je drei von einem Punkte ausgehenden, aufeinander senkrechten starren materiellen Linien, gegeben. Die XX-Achsen beider Systeme mögen zusammenfallen, ihre YY- und ZZ-Achsen bezüglich parallel sein. Jedem Systeme sei ein starrer Maßstab und eine Anzahl Uhren beigegeben, und es seien beide Maßstäbe sowie alle Uhren beider Systeme einander genau gleich.

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[p. 897]Es werde nun dem Anfangspunkte des einen der beiden Systeme (kk) eine (konstante) Geschwindigkeit vv in Richtung der wachsenden xx des anderen, ruhenden Systems (KK) erteilt, welche sich auch den Koordinatenachsen, dem betreffenden Maßstabe sowie den Uhren mitteilen möge. Jeder Zeit tt des ruhenden Systems KK entspricht dann eine bestimmte Lage der Achsen des bewegten Systems und wir sind aus Symmetriegründen befugt anzunehmen, daß die Bewegung von kk so beschaffen sein kann, daß die Achsen des bewegten Systems zur Zeit tt (es ist mit „tt“ immer eine Zeit des ruhenden Systems bezeichnet) den Achsen des ruhenden Systems parallel seien.

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[pp. 897–898]Wir denken uns nun den Raum sowohl vom ruhenden System KK aus mittels des ruhenden Maßstabes als auch vom bewegten System kk mittels des mit ihm bewegten Maßstabes ausgemessen und so die Koordinaten xx, yy, zz bez. ξ\xi, η\eta, ζ\zeta ermittelt. Es werde ferner mittels der im ruhenden System befindlichen ruhenden Uhren durch Lichtsignale in der in § 1 angegebenen Weise die Zeit tt des ruhenden Systems für alle Punkte des letzteren bestimmt, in denen sich Uhren befinden; ebenso werde die Zeit τ\tau des bewegten Systems für alle Punkte des bewegten Systems, in welchen sich relativ zu letzterem ruhende Uhren befinden, bestimmt durch Anwendung der in § 1 genannten Methode der Lichtsignale zwischen den Punkten, in denen sich die letzteren Uhren befinden.

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[p. 898]Zu jedem Wertsystem xx, yy, zz, tt, welches Ort und Zeit eines Ereignisses im ruhenden System vollkommen bestimmt, gehört ein jenes Ereignis relativ zum System kk festlegendes Wertsystem ξ\xi, η\eta, ζ\zeta, τ\tau, und es ist nun die Aufgabe zu lösen, das diese Größen verknüpfende Gleichungssystem zu finden.

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[p. 898]Zunächst ist klar, daß die Gleichungen linear sein müssen wegen der Homogenitätseigenschaften, welche wir Raum und Zeit beilegen.

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[p. 898]Setzen wir x′=x−vtx' = x - v t, so ist klar, daß einem im System kk ruhenden Punkte ein bestimmtes, von der Zeit unabhängiges Wertsystem x′x', yy, zz zukommt. Wir bestimmen zuerst τ\tau als Funktion von x′x', yy, zz und tt. Zu diesem Zwecke haben wir in Gleichungen auszudrücken, daß τ\tau nichts anderes ist als der Inbegriff der Angaben von im System kk ruhenden Uhren, welche nach der im § 1 gegebenen Regel synchron gemacht worden sind.

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[pp. 898–899]Vom Anfangspunkt des Systems kk aus werde ein Lichtstrahl zur Zeit τ0\tau_0 längs der XX-Achse nach x′x' gesandt und von dort zur Zeit τ1\tau_1 nach dem Koordinatenursprung reflektiert, wo er zur Zeit τ2\tau_2 anlange; so muß dann sein:12(τ0+τ2)=τ1\frac{1}{2}(\tau_0 + \tau_2) = \tau_1Time in the moving systemTime in the moving systemTime in the moving systemExplain this equation oder, indem man die Argumente der Funktion τ\tau beifügt und das Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit im ruhenden Systeme anwendet:12[τ(0,0,0,t)+τ(0,0,0,{t+x′V−v+x′V+v})]=τ(x′,0,0,t+x′V−v).\begin{aligned} &\frac{1}{2}\left[ \tau(0,0,0,t) + \tau\left( 0,0,0,\left\{ t + \frac{x'}{V-v} + \frac{x'}{V+v} \right\} \right) \right] \\ &= \tau\left( x',0,0,t + \frac{x'}{V-v} \right). \end{aligned}Time in the moving systemTime in the stationary systemAuxiliary Galilean coordinate: x'Speed of lightSpeed of the moving systemExplain this equation Hieraus folgt, wenn man x′x' unendlich klein wählt:12(1V−v+1V+v)∂τ∂t=∂τ∂x′+1V−v∂τ∂t,\frac{1}{2}\left( \frac{1}{V-v} + \frac{1}{V+v} \right) \frac{\partial \tau}{\partial t} = \frac{\partial \tau}{\partial x'} + \frac{1}{V-v} \frac{\partial \tau}{\partial t} ,Speed of lightSpeed of the moving systemTime in the moving systemTime in the stationary systemAuxiliary Galilean coordinate: x'Explain this equation oder∂τ∂x′+vV2−v2∂τ∂t=0.\frac{\partial \tau}{\partial x'} + \frac{v}{V^2 - v^2} \frac{\partial \tau}{\partial t} = 0 .Time in the moving systemAuxiliary Galilean coordinate: x'Speed of the moving systemSpeed of lightTime in the stationary systemExplain this equation

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[p. 899]Es ist zu bemerken, daß wir statt des Koordinatenursprunges jeden anderen Punkt als Ausgangspunkt des Lichtstrahles hätten wählen können und es gilt deshalb die eben erhaltene Gleichung für alle Werte von x′x', yy, zz.

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[p. 899]Eine analoge Überlegung — auf die HH- und ZZ-Achse angewandt — liefert, wenn man beachtet, daß sich das Licht längs dieser Achsen vom ruhenden System aus betrachtet stets mit der Geschwindigkeit V2−v2\sqrt{V^2 - v^2} fortpflanzt:∂τ∂y=0∂τ∂z=0.\begin{aligned} \frac{\partial \tau}{\partial y} &= 0 \\ \frac{\partial \tau}{\partial z} &= 0 . \end{aligned}Time in the moving systemPosition in the stationary systemPosition in the stationary systemExplain this equation Aus diesen Gleichungen folgt, da τ\tau eine lineare Funktion ist:τ=a(t−vV2−v2x′),\tau = a\left( t - \frac{v}{V^2 - v^2} x' \right) ,Time in the moving systemUndetermined scaleTime in the stationary systemSpeed of the moving systemSpeed of lightAuxiliary Galilean coordinate: x'Explain this equation wobei aa eine vorläufig unbekannte Funktion φ(v)\varphi(v) ist und der Kürze halber angenommen ist, daß im Anfangspunkte von kk für τ=0\tau = 0 t=0t = 0 sei.

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[pp. 899–900]Mit Hilfe dieses Resultates ist es leicht, die Größen ξ\xi, η\eta, ζ\zeta zu ermitteln, indem man durch Gleichungen ausdrückt, daß sich das Licht (wie das Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit in Verbindung mit dem Relativitätsprinzip verlangt) auch im bewegten System gemessen mit der Geschwindigkeit VV fortpflanzt. Für einen zur Zeit τ=0\tau = 0 in Richtung der wachsenden ξ\xi ausgesandten Lichtstrahl gilt:ξ=Vτ,\xi = V \tau ,Position in the moving systemSpeed of lightTime in the moving systemExplain this equation oderξ=aV(t−vV2−v2x′).\xi = a V \left( t - \frac{v}{V^2 - v^2} x' \right) .Position in the moving systemUndetermined scaleSpeed of lightTime in the stationary systemSpeed of the moving systemAuxiliary Galilean coordinate: x'Explain this equation Nun bewegt sich aber der Lichtstrahl relativ zum Anfangspunkt von kk im ruhenden System gemessen mit der Geschwindigkeit V−vV-v, so daß gilt:x′V−v=t.\frac{x'}{V-v} = t .Auxiliary Galilean coordinate: x'Speed of lightSpeed of the moving systemTime in the stationary systemExplain this equation Setzen wir diesen Wert von tt in die Gleichung für ξ\xi ein, so erhalten wir:ξ=aV2V2−v2x′.\xi = a \frac{V^2}{V^2 - v^2} x' .Position in the moving systemUndetermined scaleSpeed of lightSpeed of the moving systemAuxiliary Galilean coordinate: x'Explain this equation Auf analoge Weise finden wir durch Betrachtung von längs den beiden anderen Achsen bewegte Lichtstrahlen:η=Vτ=aV(t−vV2−v2x′),\eta = V \tau = a V \left( t - \frac{v}{V^2 - v^2} x' \right) ,Position in the moving systemSpeed of lightTime in the moving systemUndetermined scaleTime in the stationary systemSpeed of the moving systemAuxiliary Galilean coordinate: x'Explain this equation wobeiyV2−v2=t;x′=0;\frac{y}{\sqrt{V^2 - v^2}} = t ; \quad x' = 0 ;Position in the stationary systemSpeed of lightSpeed of the moving systemTime in the stationary systemAuxiliary Galilean coordinate: x'Explain this equation alsoη=aVV2−v2y\eta = a \frac{V}{\sqrt{V^2 - v^2}} yPosition in the moving systemUndetermined scaleSpeed of lightSpeed of the moving systemPosition in the stationary systemExplain this equation undζ=aVV2−v2z.\zeta = a \frac{V}{\sqrt{V^2 - v^2}} z .Position in the moving systemUndetermined scaleSpeed of lightSpeed of the moving systemPosition in the stationary systemExplain this equation

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[p. 900]Setzen wir für x′x' seinen Wert ein, so erhalten wir:τ=φ(v)β(t−vV2x),ξ=φ(v)β(x−vt),η=φ(v)y,ζ=φ(v)z,\begin{aligned} \tau &= \varphi(v) \beta \left( t - \frac{v}{V^2} x \right) , \\ \xi &= \varphi(v) \beta (x - v t), \\ \eta &= \varphi(v) y, \\ \zeta &= \varphi(v) z, \end{aligned}Time in the moving systemUnknown scale factor: phi(v)Speed of the moving systemLorentz factorTime in the stationary systemSpeed of lightPosition in the stationary systemPosition in the moving systemPosition in the moving systemPosition in the stationary systemPosition in the moving systemPosition in the stationary systemExplain this equation wobeiβ=11−(vV)2\beta = \frac{1}{\sqrt{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2}}Lorentz factorSpeed of the moving systemSpeed of lightExplain this equation und φ\varphi eine vorläufig unbekannte Funktion von vv ist. Macht man über die Anfangslage des bewegten Systems und über den Nullpunkt von τ\tau keinerlei Voraussetzung, so ist auf den rechten Seiten dieser Gleichungen je eine additive Konstante zuzufügen.

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[pp. 900–901]Wir haben nun zu beweisen, daß jeder Lichtstrahl sich, im bewegten System gemessen, mit der Geschwindigkeit VV fortpflanzt, falls dies, wie wir angenommen haben, im ruhenden System der Fall ist; denn wir haben den Beweis dafür noch nicht geliefert, daß das Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit mit dem Relativitätsprinzip vereinbar sei.

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[p. 901]Zur Zeit t=τ=0t = \tau = 0 werde von dem zu dieser Zeit gemeinsamen Koordinatenursprung beider Systeme aus eine Kugelwelle ausgesandt, welche sich im System KK mit der Geschwindigkeit VV ausbreitet. Ist (x,y,z)(x, y, z) ein eben von dieser Welle ergriffener Punkt, so ist alsox2+y2+z2=V2t2.x^2 + y^2 + z^2 = V^2 t^2 .Position in the stationary systemPosition in the stationary systemPosition in the stationary systemSpeed of lightTime in the stationary systemExplain this equation

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[p. 901]Diese Gleichung transformieren wir mit Hilfe unserer Transformationsgleichungen und erhalten nach einfacher Rechnung:ξ2+η2+ζ2=V2τ2.\xi^2 + \eta^2 + \zeta^2 = V^2 \tau^2 .Position in the moving systemPosition in the moving systemPosition in the moving systemSpeed of lightTime in the moving systemExplain this equation

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[p. 901]Die betrachtete Welle ist also auch im bewegten System betrachtet eine Kugelwelle von der Ausbreitungsgeschwindigkeit VV. Hiermit ist gezeigt, daß unsere beiden Grundprinzipien miteinander vereinbar sind.

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[p. 901]In den entwickelten Transformationsgleichungen tritt noch eine unbekannte Funktion φ\varphi von vv auf, welche wir nun bestimmen wollen.

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[p. 901]Wir führen zu diesem Zwecke noch ein drittes Koordinatensystem K′K' ein, welches relativ zum System kk derart in Paralleltranslationsbewegung parallel zur Ξ\Xi-Achse begriffen sei, daß sich dessen Koordinatenursprung mit der Geschwindigkeit −v-v auf der Ξ\Xi-Achse bewege. Zur Zeit t=0t = 0 mögen alle drei Koordinatenanfangspunkte zusammenfallen und es sei für t=x=y=z=0t = x = y = z = 0 die Zeit t′t' des Systems K′K' gleich Null. Wir nennen x′x', y′y', z′z' die Koordinaten, im System K′K' gemessen, und erhalten durch zweimalige Anwendung unserer Transformationsgleichungen:t′=φ(−v)β(−v){τ+vV2ξ}=φ(v)φ(−v)t,x′=φ(−v)β(−v){ξ+vτ}=φ(v)φ(−v)x,y′=φ(−v)η=φ(v)φ(−v)y,z′=φ(−v)ζ=φ(v)φ(−v)z.\begin{aligned} t' &= \varphi(-v) \beta(-v) \left\{ \tau + \frac{v}{V^2} \xi \right\} &&= \varphi(v) \varphi(-v) t , \\ x' &= \varphi(-v) \beta(-v) \{ \xi + v \tau \} &&= \varphi(v) \varphi(-v) x , \\ y' &= \varphi(-v) \eta &&= \varphi(v) \varphi(-v) y , \\ z' &= \varphi(-v) \zeta &&= \varphi(v) \varphi(-v) z . \end{aligned}Time in the stationary systemUnknown scale factor: phi(v)Speed of the moving systemLorentz factorTime in the moving systemSpeed of lightPosition in the moving systemTime in the stationary systemPosition in the stationary systemPosition in the stationary systemPosition in the stationary systemPosition in the moving systemPosition in the stationary systemPosition in the stationary systemPosition in the moving systemPosition in the stationary systemExplain this equation

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[pp. 901–902]Da die Beziehungen zwischen x′x', y′y', z′z' und xx, yy, zz die Zeit tt nicht enthalten, so ruhen die Systeme KK und K′K' gegeneinander, und es ist klar, daß die Transformation von KK auf K′K' die identische Transformation sein muß. Es ist also:φ(v)φ(−v)=1.\varphi(v) \varphi(-v) = 1 .Unknown scale factor: phi(v)Speed of the moving systemExplain this equation Wir fragen nun nach der Bedeutung von φ(v)\varphi(v). Wir fassen das Stück der HH-Achse des Systems kk ins Auge, das zwischen ξ=0\xi = 0, η=0\eta = 0, ζ=0\zeta = 0 und ξ=0\xi = 0, η=l\eta = l, ζ=0\zeta = 0 gelegen ist. Dieses Stück der HH-Achse ist ein relativ zum System KK mit der Geschwindigkeit vv senkrecht zu seiner Achse bewegter Stab, dessen Enden in KK die Koordinaten besitzen:x1=vt,y1=lφ(v),z1=0x_1 = v t, \quad y_1 = \frac{l}{\varphi(v)}, \quad z_1 = 0Position in the stationary systemSpeed of the moving systemTime in the stationary systemPosition in the stationary systemRest lengthUnknown scale factor: phi(v)Position in the stationary systemExplain this equation undx2=vt,y2=0,z2=0.x_2 = v t, \quad y_2 = 0, \quad z_2 = 0 .Position in the stationary systemSpeed of the moving systemTime in the stationary systemPosition in the stationary systemPosition in the stationary systemExplain this equation Die Länge des Stabes, in KK gemessen, ist also l/φ(v)l/\varphi(v); damit ist die Bedeutung der Funktion φ\varphi gegeben. Aus Symmetriegründen ist nun einleuchtend, daß die im ruhenden System gemessene Länge eines bestimmten Stabes, welcher senkrecht zu seiner Achse bewegt ist, nur von der Geschwindigkeit, nicht aber von der Richtung und dem Sinne der Bewegung abhängig sein kann. Es ändert sich also die im ruhenden System gemessene Länge des bewegten Stabes nicht, wenn vv mit −v-v vertauscht wird. Hieraus folgt:lφ(v)=lφ(−v),\frac{l}{\varphi(v)} = \frac{l}{\varphi(-v)} ,Rest lengthUnknown scale factor: phi(v)Speed of the moving systemExplain this equation oderφ(v)=φ(−v).\varphi(v) = \varphi(-v) .Unknown scale factor: phi(v)Speed of the moving systemExplain this equation Aus dieser und der vorhin gefundenen Relation folgt, daß φ(v)=1\varphi(v) = 1 sein muß, so daß die gefundenen Transformationsgleichungen übergehen in:τ=β(t−vV2x),ξ=β(x−vt),η=y,ζ=z,\begin{aligned} \tau &= \beta\left( t - \frac{v}{V^2} x \right), \\ \xi &= \beta(x - v t), \\ \eta &= y, \\ \zeta &= z, \end{aligned}Time in the moving systemLorentz factorTime in the stationary systemSpeed of the moving systemSpeed of lightPosition in the stationary systemPosition in the moving systemPosition in the moving systemPosition in the stationary systemPosition in the moving systemPosition in the stationary systemExplain this equation wobeiβ=11−(vV)2,\beta = \frac{1}{\sqrt{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2}} ,Lorentz factorSpeed of the moving systemSpeed of lightExplain this equation

Explained in Light constraints leave a scale to determine and The sideways step needs its own condition

[p. 903]§ 4. Physikalische Bedeutung der erhaltenen Gleichungen, bewegte starre Körper und bewegte Uhren betreffend.

[p. 903]Wir betrachten eine starre Kugel[1)] vom Radius RR, welche relativ zum bewegten System kk ruht, und deren Mittelpunkt im Koordinatenursprung von kk liegt. Die Gleichung der Oberfläche dieser relativ zum System KK mit der Geschwindigkeit vv bewegten Kugel ist:ξ2+η2+ζ2=R2.\xi^2 + \eta^2 + \zeta^2 = R^2 .Position in the moving systemPosition in the moving systemPosition in the moving systemSphere radiusExplain this equation Die Gleichung dieser Oberfläche ist in xx, yy, zz ausgedrückt zur Zeit t=0t = 0:x2(1−(vV)2)2+y2+z2=R2.\frac{x^2}{\left( \sqrt{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2} \right)^2} + y^2 + z^2 = R^2 .Position in the stationary systemSpeed of the moving systemSpeed of lightPosition in the stationary systemPosition in the stationary systemSphere radiusExplain this equation Ein starrer Körper, welcher in ruhendem Zustande ausgemessen die Gestalt einer Kugel hat, hat also in bewegtem Zustande — vom ruhenden System aus betrachtet — die Gestalt eines Rotationsellipsoides mit den AchsenR1−(vV)2,R,R.R \sqrt{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2} , \quad R , \quad R .Sphere radiusSpeed of the moving systemSpeed of lightExplain this equation

Explained in Use the same measurement protocol

[p. 903]Während also die YY- und ZZ-Dimension der Kugel (also auch jedes starren Körpers von beliebiger Gestalt) durch die Bewegung nicht modifiziert erscheinen, erscheint die XX-Dimension im Verhältnis 1:1−(v/V)21 : \sqrt{1 - (v/V)^2} verkürzt, also um so stärker, je größer vv ist. Für v=Vv = V schrumpfen alle bewegten Objekte — vom „ruhenden“ System aus betrachtet — in flächenhafte Gebilde zusammen. Für Überlichtgeschwindigkeiten werden unsere Überlegungen sinnlos; wir werden übrigens in den folgenden Betrachtungen finden, daß die Lichtgeschwindigkeit in unserer Theorie physikalisch die Rolle der unendlich großen Geschwindigkeiten spielt.

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[p. 903]Es ist klar, daß die gleichen Resultate von im „ruhenden“ System ruhenden Körpern gelten, welche von einem gleichförmig bewegten System aus betrachtet werden. —

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[pp. 903–904]Wir denken uns ferner eine der Uhren, welche relativ zum ruhenden System ruhend die Zeit tt, relativ zum bewegten System ruhend die Zeit τ\tau anzugeben befähigt sind, im Koordinatenursprung von kk gelegen und so gerichtet, daß sie die Zeit τ\tau angibt. Wie schnell geht diese Uhr, vom ruhenden System aus betrachtet?

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[p. 904]Zwischen die Größen xx, tt und τ\tau, welche sich auf den Ort dieser Uhr beziehen, gelten offenbar die Gleichungen:τ=11−(vV)2(t−vV2x)\tau = \frac{1}{\sqrt{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2}} \left( t - \frac{v}{V^2} x \right)Time in the moving systemSpeed of the moving systemSpeed of lightTime in the stationary systemPosition in the stationary systemExplain this equation undx=vt.x = v t .Position in the stationary systemSpeed of the moving systemTime in the stationary systemExplain this equation Es ist alsoτ=t1−(vV)2=t−(1−1−(vV)2)t,\tau = t \sqrt{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2} = t - \left( 1 - \sqrt{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2} \right) t ,Time in the moving systemTime in the stationary systemSpeed of the moving systemSpeed of lightExplain this equation woraus folgt, daß die Angabe der Uhr (im ruhenden System betrachtet) pro Sekunde um (1−1−(v/V)2)(1 - \sqrt{1 - (v/V)^2}) Sek. oder — bis auf Größen vierter und höherer Ordnung um 12(v/V)2\frac{1}{2} (v/V)^2 Sek. zurückbleibt.

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[p. 904]Hieraus ergibt sich folgende eigentümliche Konsequenz. Sind in den Punkten AA und BB von KK ruhende, im ruhenden System betrachtet, synchron gehende Uhren vorhanden, und bewegt man die Uhr in AA mit der Geschwindigkeit vv auf der Verbindungslinie nach BB, so gehen nach Ankunft dieser Uhr in BB die beiden Uhren nicht mehr synchron, sondern die von AA nach BB bewegte Uhr geht gegenüber der von Anfang an in BB befindlichen um 12tv2/V2\frac{1}{2} t v^2 / V^2 Sek. (bis auf Größen vierter und höherer Ordnung) nach, wenn tt die Zeit ist, welche die Uhr von AA nach BB braucht.

Explained in A reunion compares whole paths

[p. 904]Man sieht sofort, daß dies Resultat auch dann noch gilt, wenn die Uhr in einer beliebigen polygonalen Linie sich von AA nach BB bewegt, und zwar auch dann, wenn die Punkte AA und BB zusammenfallen.

Explained in A reunion compares whole paths

[pp. 904–905]Nimmt man an, daß das für eine polygonale Linie bewiesene Resultat auch für eine stetig gekrümmte Kurve gelte, so erhält man den Satz: Befinden sich in AA zwei synchron gehende Uhren und bewegt man die eine derselben auf einer geschlossenen Kurve mit konstanter Geschwindigkeit, bis sie wieder nach AA zurückkommt, was tt Sek. dauern möge, so geht die letztere Uhr bei ihrer Ankunft in AA gegenüber der unbewegt gebliebenen um 12t(v/V)2\frac{1}{2} t (v/V)^2 Sek. nach. Man schließt daraus, daß eine am Erdäquator befindliche Unruhuhr um einen sehr kleinen Betrag langsamer laufen muß als eine genau gleich beschaffene, sonst gleichen Bedingungen unterworfene, an einem Erdpole befindliche Uhr.

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[p. 905]§ 5. Additionstheorem der Geschwindigkeiten.

[p. 905]In dem längs der XX-Achse des Systems KK mit der Geschwindigkeit vv bewegten System kk bewege sich ein Punkt gemäß den Gleichungen:ξ=wξτ,η=wητ,ζ=0,\begin{aligned} \xi &= w_\xi \tau , \\ \eta &= w_\eta \tau , \\ \zeta &= 0 , \end{aligned}Position in the moving systemVelocity along x, moving systemTime in the moving systemPosition in the moving systemVelocity along y, moving systemPosition in the moving systemExplain this equation wobei wξw_\xi und wηw_\eta Konstanten bedeuten.

Explained in The denominator changes as well

[pp. 905–906]Gesucht ist die Bewegung des Punktes relativ zum System KK. Führt man in die Bewegungsgleichungen des Punktes mit Hilfe der in § 3 entwickelten Transformationsgleichungen die Größen xx, yy, zz, tt ein, so erhält man:x=wξ+v1+vwξV2t,y=1−(vV)21+vwξV2wηt,z=0.\begin{aligned} x &= \frac{w_\xi + v}{1 + \frac{v w_\xi}{V^2}} t , \\ y &= \frac{\sqrt{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2}}{1 + \frac{v w_\xi}{V^2}} w_\eta t , \\ z &= 0 . \end{aligned}Position in the stationary systemVelocity along x, moving systemSpeed of the moving systemSpeed of lightTime in the stationary systemPosition in the stationary systemVelocity along y, moving systemPosition in the stationary systemExplain this equation Das Gesetz vom Parallelogramm der Geschwindigkeiten gilt also nach unserer Theorie nur in erster Annäherung. Wir setzen:U2=(dxdt)2+(dydt)2,w2=wξ2+wη2\begin{aligned} U^2 &= \left( \frac{d x}{d t} \right)^2 + \left( \frac{d y}{d t} \right)^2 , \\ w^2 &= w_\xi^2 + w_\eta^2 \end{aligned}Composed velocity (stationary system)Position in the stationary systemTime in the stationary systemPosition in the stationary systemVelocity in the moving frameVelocity along x, moving systemVelocity along y, moving systemExplain this equation undα=arctg⁡wywx;\alpha = \operatorname{arctg} \frac{w_y}{w_x} ;Velocity direction angle: alphaVelocity along y, moving systemVelocity along x, moving systemExplain this equationSo printed. Read: α = arctg (w_η / w_ξ). The display just above defines the point's velocity components in the system k as w_ξ and w_η (ξ = w_ξ τ, η = w_η τ), and the next sentence names α the angle between the velocities v and w. The record in the correction log α\alpha ist dann als der Winkel zwischen den Geschwindigkeiten vv und ww anzusehen. Nach einfacher Rechnung ergibt sich:U=(v2+w2+2vwcos⁡α)−(vwsin⁡αV)21+vwcos⁡αV2.U = \frac{\sqrt{(v^2 + w^2 + 2 v w \cos \alpha) - \left( \frac{v w \sin \alpha}{V} \right)^2}}{1 + \frac{v w \cos \alpha}{V^2}} .Composed velocity (stationary system)Speed of the moving systemVelocity in the moving frameVelocity direction angle: alphaSpeed of lightExplain this equation Es ist bemerkenswert, daß vv und ww in symmetrischer Weise in den Ausdruck für die resultierende Geschwindigkeit eingehen. Hat auch ww die Richtung der XX-Achse (Ξ\Xi-Achse), so erhalten wir:U=v+w1+vwV2.U = \frac{v + w}{1 + \frac{v w}{V^2}} .Composed velocity (stationary system)Speed of the moving systemVelocity in the moving frameSpeed of lightExplain this equation Aus dieser Gleichung folgt, daß aus der Zusammensetzung zweier Geschwindigkeiten, welche kleiner sind als VV, stets eine Geschwindigkeit kleiner als VV resultiert. Setzt man nämlich v=V−ϰv = V - \varkappa, w=V−λw = V - \lambda, wobei ϰ\varkappa und λ\lambda positiv und kleiner als VV seien, so ist:U=V2V−ϰ−λ2V−ϰ−λ+ϰλV<V.U = V \frac{2 V - \varkappa - \lambda}{2 V - \varkappa - \lambda + \frac{\varkappa \lambda}{V}} < V .Composed velocity (stationary system)Speed of lightSpeed deficit from light speed: kappa, lambdaSpeed deficit from light speed: kappa, lambdaExplain this equation

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[pp. 906–907]Es folgt ferner, daß die Lichtgeschwindigkeit VV durch Zusammensetzung mit einer „Unterlichtgeschwindigkeit“ nicht geändert werden kann. Man erhält für diesen Fall:U=V+w1+wV=V.U = \frac{V + w}{1 + \frac{w}{V}} = V .Composed velocity (stationary system)Speed of lightVelocity in the moving frameExplain this equation Wir hätten die Formel für UU für den Fall, daß vv und ww gleiche Richtung besitzen, auch durch Zusammensetzen zweier Transformationen gemäß § 3 erhalten können. Führen wir neben den in § 3 figurierenden Systemen KK und kk noch ein drittes, zu kk in Parallelbewegung begriffenes Koordinatensystem k′k' ein, dessen Anfangspunkt sich auf der Ξ\Xi-Achse mit der Geschwindigkeit ww bewegt, so erhalten wir zwischen den Größen xx, yy, zz, tt und den entsprechenden Größen von k′k' Gleichungen, welche sich von den in § 3 gefundenen nur dadurch unterscheiden, daß an Stelle von „vv“ die Größev+w1+vwV2\frac{v + w}{1 + \frac{v w}{V^2}}Speed of the moving systemVelocity in the moving frameSpeed of lightExplain this equation tritt; man sieht daraus, daß solche Paralleltransformationen — wie dies sein muß — eine Gruppe bilden.

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[p. 907]Wir haben nun die für uns notwendigen Sätze der unseren zwei Prinzipien entsprechenden Kinematik hergeleitet und gehen dazu über, deren Anwendung in der Elektrodynamik zu zeigen.

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[p. 907]§ 6. Transformation der Maxwell-Hertzschen Gleichungen für den leeren Raum. Über die Natur der bei Bewegung in einem Magnetfeld auftretenden elektromotorischen Kräfte.

[p. 907]Die Maxwell-Hertzschen Gleichungen für den leeren Raum mögen gültig sein für das ruhende System KK, so daß gelten möge:1V∂X∂t=∂N∂y−∂M∂z,1V∂L∂t=∂Y∂z−∂Z∂y,1V∂Y∂t=∂L∂z−∂N∂x,1V∂M∂t=∂Z∂x−∂X∂z,1V∂Z∂t=∂M∂x−∂L∂y,1V∂N∂t=∂X∂y−∂Y∂x,\begin{aligned} \frac{1}{V} \frac{\partial X}{\partial t} &= \frac{\partial N}{\partial y} - \frac{\partial M}{\partial z} , &\qquad \frac{1}{V} \frac{\partial L}{\partial t} &= \frac{\partial Y}{\partial z} - \frac{\partial Z}{\partial y} , \\ \frac{1}{V} \frac{\partial Y}{\partial t} &= \frac{\partial L}{\partial z} - \frac{\partial N}{\partial x} , &\qquad \frac{1}{V} \frac{\partial M}{\partial t} &= \frac{\partial Z}{\partial x} - \frac{\partial X}{\partial z} , \\ \frac{1}{V} \frac{\partial Z}{\partial t} &= \frac{\partial M}{\partial x} - \frac{\partial L}{\partial y} , &\qquad \frac{1}{V} \frac{\partial N}{\partial t} &= \frac{\partial X}{\partial y} - \frac{\partial Y}{\partial x} , \end{aligned}Speed of lightElectric field, stationary systemTime in the stationary systemMagnetic field, stationary systemPosition in the stationary systemMagnetic field, stationary systemPosition in the stationary systemMagnetic field, stationary systemElectric field, stationary systemElectric field, stationary systemPosition in the stationary systemExplain this equation wobei (X,Y,Z)(X, Y, Z) den Vektor der elektrischen, (L,M,N)(L, M, N) den der magnetischen Kraft bedeutet.

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[pp. 907–908]Wenden wir auf diese Gleichungen die in § 3 entwickelte Transformation an, indem wir die elektromagnetischen Vorgänge auf das dort eingeführte, mit der Geschwindigkeit vv bewegte Koordinatensystem beziehen, so erhalten wir die Gleichungen:1V∂X∂τ=∂β(N−vVY)∂η−∂β(M+vVZ)∂ζ,1V∂β(Y−vVN)∂τ=∂L∂ζ−∂β(N−vVY)∂ξ,1V∂β(Z+vVM)∂τ=∂β(M+vVZ)∂ξ−∂L∂η,1V∂L∂τ=∂β(Y−vVN)∂ζ−∂β(Z+vVM)∂η,1V∂β(M+vVZ)∂τ=∂β(Z+vVM)∂ξ−∂X∂ζ,1V∂β(N−vVY)∂τ=∂X∂η−∂β(Y−vVN)∂ξ,\begin{aligned} \frac{1}{V} \frac{\partial X}{\partial \tau} &= \frac{\partial \beta \left( N - \frac{v}{V} Y \right)}{\partial \eta} - \frac{\partial \beta \left( M + \frac{v}{V} Z \right)}{\partial \zeta} , \\ \frac{1}{V} \frac{\partial \beta \left( Y - \frac{v}{V} N \right)}{\partial \tau} &= \frac{\partial L}{\partial \zeta} - \frac{\partial \beta \left( N - \frac{v}{V} Y \right)}{\partial \xi} , \\ \frac{1}{V} \frac{\partial \beta \left( Z + \frac{v}{V} M \right)}{\partial \tau} &= \frac{\partial \beta \left( M + \frac{v}{V} Z \right)}{\partial \xi} - \frac{\partial L}{\partial \eta} , \\ \frac{1}{V} \frac{\partial L}{\partial \tau} &= \frac{\partial \beta \left( Y - \frac{v}{V} N \right)}{\partial \zeta} - \frac{\partial \beta \left( Z + \frac{v}{V} M \right)}{\partial \eta} , \\ \frac{1}{V} \frac{\partial \beta \left( M + \frac{v}{V} Z \right)}{\partial \tau} &= \frac{\partial \beta \left( Z + \frac{v}{V} M \right)}{\partial \xi} - \frac{\partial X}{\partial \zeta} , \\ \frac{1}{V} \frac{\partial \beta \left( N - \frac{v}{V} Y \right)}{\partial \tau} &= \frac{\partial X}{\partial \eta} - \frac{\partial \beta \left( Y - \frac{v}{V} N \right)}{\partial \xi} , \end{aligned}Speed of lightElectric field, stationary systemTime in the moving systemLorentz factorMagnetic field, stationary systemSpeed of the moving systemElectric field, stationary systemPosition in the moving systemMagnetic field, stationary systemElectric field, stationary systemPosition in the moving systemMagnetic field, stationary systemPosition in the moving systemExplain this equation wobeiβ=11−(vV)2.\beta = \frac{1}{\sqrt{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2}} .Lorentz factorSpeed of the moving systemSpeed of lightExplain this equation

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[p. 908]Das Relativitätsprinzip fordert nun, daß die Maxwell-Hertzschen Gleichungen für den leeren Raum auch im System kk gelten, wenn sie im System KK gelten, d. h. daß für die im bewegten System kk durch ihre ponderomotorischen Wirkungen auf elektrische bez. magnetische Massen definierten Vektoren der elektrischen und magnetischen Kraft ((X′,Y′Z′)(X', Y' Z') und (L′,M′,N′)(L', M', N')) des bewegten Systems kk die Gleichungen gelten:1V∂X′∂τ=∂N′∂η−∂M′∂ζ,1V∂L′∂τ=∂Y′∂ζ−∂Z′∂η,1V∂Y′∂τ=∂L′∂ζ−∂N′∂ξ,1V∂M′∂τ=∂Z′∂ξ−∂X′∂ζ,1V∂Z′∂τ=∂M′∂ξ−∂L′∂η,1V∂N′∂τ=∂X′∂η−∂Y′∂ξ.\begin{aligned} \frac{1}{V} \frac{\partial X'}{\partial \tau} &= \frac{\partial N'}{\partial \eta} - \frac{\partial M'}{\partial \zeta} , &\qquad \frac{1}{V} \frac{\partial L'}{\partial \tau} &= \frac{\partial Y'}{\partial \zeta} - \frac{\partial Z'}{\partial \eta} , \\ \frac{1}{V} \frac{\partial Y'}{\partial \tau} &= \frac{\partial L'}{\partial \zeta} - \frac{\partial N'}{\partial \xi} , &\qquad \frac{1}{V} \frac{\partial M'}{\partial \tau} &= \frac{\partial Z'}{\partial \xi} - \frac{\partial X'}{\partial \zeta} , \\ \frac{1}{V} \frac{\partial Z'}{\partial \tau} &= \frac{\partial M'}{\partial \xi} - \frac{\partial L'}{\partial \eta} , &\qquad \frac{1}{V} \frac{\partial N'}{\partial \tau} &= \frac{\partial X'}{\partial \eta} - \frac{\partial Y'}{\partial \xi} . \end{aligned}Speed of lightElectric field, moving systemTime in the moving systemMagnetic field, moving systemPosition in the moving systemMagnetic field, moving systemPosition in the moving systemMagnetic field, moving systemElectric field, moving systemElectric field, moving systemPosition in the moving systemExplain this equation

Explained in Transform derivatives before naming fields

[p. 908]Offenbar müssen nun die beiden für das System kk gefundenen Gleichungssysteme genau dasselbe ausdrücken, da beide Gleichungssysteme den Maxwell-Hertzschen Gleichungen für das System KK äquivalent sind. Da die Gleichungen beider Systeme ferner bis auf die die Vektoren darstellenden Symbole übereinstimmen, so folgt, daß die in den Gleichungssystemen an entsprechenden Stellen auftretenden Funktionen bis auf einen für alle Funktionen des einen Gleichungssystems gemeinsamen, von ξ\xi, η\eta, ζ\zeta und τ\tau unabhängigen, eventuell von vv abhängigen Faktor ψ(v)\psi(v) übereinstimmen müssen. Es gelten also die Beziehungen:X′=ψ(v)X,L′=ψ(v)L,Y′=ψ(v)β(Y−vVN),M′=ψ(v)β(M+vVZ),Z′=ψ(v)β(Z+vVM),N′=ψ(v)β(N−vVY).\begin{aligned} X' &= \psi(v) X , &\qquad L' &= \psi(v) L , \\ Y' &= \psi(v) \beta \left( Y - \frac{v}{V} N \right) , &\qquad M' &= \psi(v) \beta \left( M + \frac{v}{V} Z \right) , \\ Z' &= \psi(v) \beta \left( Z + \frac{v}{V} M \right) , &\qquad N' &= \psi(v) \beta \left( N - \frac{v}{V} Y \right) . \end{aligned}Electric field, moving systemUnknown scale factor: psi(v)Speed of the moving systemElectric field, stationary systemMagnetic field, moving systemMagnetic field, stationary systemElectric field, moving systemLorentz factorElectric field, stationary systemSpeed of lightMagnetic field, stationary systemMagnetic field, moving systemMagnetic field, stationary systemElectric field, stationary systemElectric field, moving systemMagnetic field, moving systemExplain this equation

Explained in Transform derivatives before naming fields

[p. 909]Bildet man nun die Umkehrung dieses Gleichungssystems, erstens durch Auflösen der soeben erhaltenen Gleichungen, zweitens durch Anwendung der Gleichungen auf die inverse Transformation (von kk auf KK), welche durch die Geschwindigkeit −v-v charakterisiert ist, so folgt, indem man berücksichtigt, daß die beiden so erhaltenen Gleichungssysteme identisch sein müssen:φ(v)⋅φ(−v)=1.\varphi(v) \cdot \varphi(-v) = 1 .Unknown scale factor: psi(v)Speed of the moving systemExplain this equation Ferner folgt aus Symmetriegründen[1)]φ(v)=φ(−v);\varphi(v) = \varphi(-v) ;Unknown scale factor: psi(v)Speed of the moving systemExplain this equation es ist alsoφ(v)=1,\varphi(v) = 1 ,Unknown scale factor: psi(v)Speed of the moving systemExplain this equation und unsere Gleichungen nehmen die Form an:X′=X,L′=L,Y′=β(Y−vVN),M′=β(M+vVZ),Z′=β(Z+vVM),N′=β(N−vVY).\begin{aligned} X' &= X , &\qquad L' &= L , \\ Y' &= \beta \left( Y - \frac{v}{V} N \right) , &\qquad M' &= \beta \left( M + \frac{v}{V} Z \right) , \\ Z' &= \beta \left( Z + \frac{v}{V} M \right) , &\qquad N' &= \beta \left( N - \frac{v}{V} Y \right) . \end{aligned}Electric field, moving systemElectric field, stationary systemMagnetic field, moving systemMagnetic field, stationary systemElectric field, moving systemLorentz factorElectric field, stationary systemSpeed of the moving systemSpeed of lightMagnetic field, stationary systemMagnetic field, moving systemMagnetic field, stationary systemElectric field, stationary systemElectric field, moving systemMagnetic field, moving systemExplain this equation Zur Interpretation dieser Gleichungen bemerken wir folgendes. Es liegt eine punktförmige Elektrizitätsmenge vor, welche im ruhenden System KK gemessen von der Größe „eins“ sei, d. h. im ruhenden System ruhend auf eine gleiche Elektrizitätsmenge im Abstand 1 cm die Kraft 1 Dyn ausübe. Nach dem Relativitätsprinzip ist diese elektrische Masse auch im bewegten System gemessen von der Größe „eins“. Ruht diese Elektrizitätsmenge relativ zum ruhenden System, so ist definitionsgemäß der Vektor (X,Y,Z)(X, Y, Z) gleich der auf sie wirkenden Kraft. Ruht die Elektrizitätsmenge gegenüber dem bewegten System (wenigstens in dem betreffenden Augenblick), so ist die auf sie wirkende, in dem bewegten System gemessene Kraft gleich dem Vektor (X′,Y′,Z′)(X', Y', Z'). Die ersten drei der obigen Gleichungen lassen sich mithin auf folgende zwei Weisen in Worte kleiden:

Explained in Transform derivatives before naming fields and Electric and magnetic components mix together

[pp. 909–910]1. Ist ein punktförmiger elektrischer Einheitspol in einem elektromagnetischen Felde bewegt, so wirkt auf ihn außer der elektrischen Kraft eine „elektromotorische Kraft“, welche unter Vernachlässigung von mit der zweiten und höheren Potenzen von v/Vv/V multiplizierten Gliedern gleich ist dem mit der Lichtgeschwindigkeit dividierten Vektorprodukt der Bewegungsgeschwindigkeit des Einheitspoles und der magnetischen Kraft. (Alte Ausdrucksweise.)

Explained in Electric and magnetic components mix together

[p. 910]2. Ist ein punktförmiger elektrischer Einheitspol in einem elektromagnetischen Felde bewegt, so ist die auf ihn wirkende Kraft gleich der an dem Orte des Einheitspoles vorhandenen elektrischen Kraft, welche man durch Transformation des Feldes auf ein relativ zum elektrischen Einheitspol ruhendes Koordinatensystem erhält. (Neue Ausdrucksweise.)

Explained in Electric and magnetic components mix together

[p. 910]Analoges gilt über die „magnetomotorischen Kräfte“. Man sieht, daß in der entwickelten Theorie die elektromotorische Kraft nur die Rolle eines Hilfsbegriffes spielt, welcher seine Einführung dem Umstande verdankt, daß die elektrischen und magnetischen Kräfte keine von dem Bewegungszustande des Koordinatensystems unabhängige Existenz besitzen.

Explained in Electric and magnetic components mix together

[p. 910]Es ist ferner klar, daß die in der Einleitung angeführte Asymmetrie bei der Betrachtung der durch Relativbewegung eines Magneten und eines Leiters erzeugten Ströme verschwindet. Auch werden die Fragen nach dem „Sitz“ der elektrodynamischen elektromotorischen Kräfte (Unipolarmaschinen) gegenstandslos.

Explained in Electric and magnetic components mix together and One apparatus, two descriptions

[p. 910]§ 7. Theorie des Doppelerschen Prinzips und der Aberration.

[p. 910]Im Systeme KK befinde sich sehr ferne vom Koordinatenursprung eine Quelle elektrodynamischer Wellen, welche in einem den Koordinatenursprung enthaltenden Raumteil mit genügender Annäherung durch die Gleichungen dargestellt sei:X=X0sin⁡Φ,L=L0sin⁡Φ,Y=Y0sin⁡Φ,M=M0sin⁡Φ,Φ=ω(t−ax+by+czV).Z=Z0sin⁡Φ,N=N0sin⁡Φ,\begin{aligned} X &= X_0 \sin \Phi , &\quad L &= L_0 \sin \Phi , \\ Y &= Y_0 \sin \Phi , &\quad M &= M_0 \sin \Phi , &\quad \Phi &= \omega \left( t - \frac{a x + b y + c z}{V} \right) . \\ Z &= Z_0 \sin \Phi , &\quad N &= N_0 \sin \Phi , \end{aligned}Electric field, stationary systemElectric field amplitude (stationary system)Wave phaseMagnetic field, stationary systemMagnetic field amplitude (stationary system)Electric field, stationary systemElectric field amplitude (stationary system)Magnetic field, stationary systemMagnetic field amplitude (stationary system)Wave angular frequency (stationary system)Time in the stationary systemDirection cosine (stationary system)Position in the stationary systemDirection cosine (stationary system)Position in the stationary systemDirection cosine (stationary system)Position in the stationary systemSpeed of lightElectric field, stationary systemElectric field amplitude (stationary system)Magnetic field, stationary systemMagnetic field amplitude (stationary system)Explain this equation Hierbei sind (X0,Y0,Z0)(X_0, Y_0, Z_0) und (L0,M0,N0)(L_0, M_0, N_0) die Vektoren, welche die Amplitude des Wellenzuges bestimmen, aa, bb, cc die Richtungskosinus der Wellennormalen.

Explained in One phase fixes frequency and direction

[pp. 910–911]Wir fragen nach der Beschaffenheit dieser Wellen, wenn dieselben von einem in dem bewegten System kk ruhenden Beobachter untersucht werden. — Durch Anwendung der in § 6 gefundenen Transformationsgleichungen für die elektrischen und magnetischen Kräfte und der in § 3 gefundenen Transformationsgleichungen für die Koordinaten und die Zeit erhalten wir unmittelbar:X′=X0sin⁡Φ′,L′=L0sin⁡Φ′,Y′=β(Y0−vVN0)sin⁡Φ′,M′=β(M0+vVZ0)sin⁡Φ′,Z′=β(Z0+vVM0)sin⁡Φ′,N′=β(N0−vVY0)sin⁡Φ′,Φ′=ω′(τ−a′ξ+b′η+c′ζV),\begin{aligned} X' &= X_0 \sin \Phi' , &\qquad L' &= L_0 \sin \Phi' , \\ Y' &= \beta \left( Y_0 - \frac{v}{V} N_0 \right) \sin \Phi' , &\qquad M' &= \beta \left( M_0 + \frac{v}{V} Z_0 \right) \sin \Phi' , \\ Z' &= \beta \left( Z_0 + \frac{v}{V} M_0 \right) \sin \Phi' , &\qquad N' &= \beta \left( N_0 - \frac{v}{V} Y_0 \right) \sin \Phi' , \\ \Phi' &= \omega' \left( \tau - \frac{a' \xi + b' \eta + c' \zeta}{V} \right) , \end{aligned}Electric field, moving systemElectric field amplitude (stationary system)Wave phaseMagnetic field, moving systemMagnetic field amplitude (stationary system)Electric field, moving systemLorentz factorElectric field amplitude (stationary system)Speed of the moving systemSpeed of lightMagnetic field amplitude (stationary system)Magnetic field, moving systemMagnetic field amplitude (stationary system)Electric field amplitude (stationary system)Electric field, moving systemMagnetic field, moving systemWave angular frequency (moving system)Time in the moving systemDirection cosine (moving system)Position in the moving systemDirection cosine (moving system)Position in the moving systemDirection cosine (moving system)Position in the moving systemExplain this equation wobeiω′=ωβ(1−avV),\omega' = \omega \beta \left( 1 - a \frac{v}{V} \right) ,Wave angular frequency (moving system)Wave angular frequency (stationary system)Lorentz factorDirection cosine (stationary system)Speed of the moving systemSpeed of lightExplain this equationa′=a−vV1−avV,a' = \frac{a - \frac{v}{V}}{1 - a \frac{v}{V}} ,Direction cosine (moving system)Direction cosine (stationary system)Speed of the moving systemSpeed of lightExplain this equationb′=bβ(1−avV),b' = \frac{b}{\beta \left( 1 - a \frac{v}{V} \right)} ,Direction cosine (moving system)Direction cosine (stationary system)Lorentz factorDirection cosine (stationary system)Speed of the moving systemSpeed of lightExplain this equationc′=cβ(1−avV)c' = \frac{c}{\beta \left( 1 - a \frac{v}{V} \right)}Direction cosine (moving system)Direction cosine (stationary system)Lorentz factorDirection cosine (stationary system)Speed of the moving systemSpeed of lightExplain this equation gesetzt ist.

Explained in One phase fixes frequency and direction

[pp. 911–912]Aus der Gleichung für ω′\omega' folgt: Ist ein Beobachter relativ zu einer unendlich fernen Lichtquelle von der Frequenz ν\nu mit der Geschwindigkeit vv derart bewegt, daß die Verbindungslinie „Lichtquelle–Beobachter“ mit der auf ein relativ zur Lichtquelle ruhendes Koordinatensystem bezogenen Geschwindigkeit des Beobachters den Winkel φ\varphi bildet, so ist die von dem Beobachter wahrgenommene Frequenz ν′\nu' des Lichtes durch die Gleichung gegeben:ν′=ν1−cos⁡φvV1−(vV)2.\nu' = \nu \frac{1 - \cos \varphi \frac{v}{V}}{\sqrt{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2}} .Frequency, moving systemFrequency, stationary systemAngle to the motion, stationary systemSpeed of the moving systemSpeed of lightExplain this equation Dies ist das Doppelersche Prinzip für beliebige Geschwindigkeiten. Für φ=0\varphi = 0 nimmt die Gleichung die übersichtliche Form an:ν′=ν1−vV1+vV.\nu' = \nu \sqrt{\frac{1 - \frac{v}{V}}{1 + \frac{v}{V}}} .Frequency, moving systemFrequency, stationary systemSpeed of the moving systemSpeed of lightExplain this equation Man sieht, daß — im Gegensatz zu der üblichen Auffassung — für v=−∞v = -\infty, ν=∞\nu = \infty ist.

Explained in One phase fixes frequency and direction

[p. 912]Nennt man φ′\varphi' den Winkel zwischen Wellennormale (Strahlrichtung) im bewegten System und der Verbindungslinie „Lichtquelle–Beobachter“, so nimmt die Gleichung für a′a' die Form an:cos⁡φ′=cos⁡φ−vV1−vVcos⁡φ.\cos \varphi' = \frac{\cos \varphi - \frac{v}{V}}{1 - \frac{v}{V} \cos \varphi} .Angle to the motion, moving systemAngle to the motion, stationary systemSpeed of the moving systemSpeed of lightExplain this equation Diese Gleichung drückt das Aberrationsgesetz in seiner allgemeinsten Form aus. Ist φ=π/2\varphi = \pi/2, so nimmt die Gleichung die einfache Gestalt an:cos⁡φ′=−vV.\cos \varphi' = - \frac{v}{V} .Angle to the motion, moving systemSpeed of the moving systemSpeed of lightExplain this equation

Explained in One phase fixes frequency and direction

[p. 912]Wir haben nun noch die Amplitude der Wellen, wie dieselbe im bewegten System erscheint, zu suchen. Nennt man AA bez. A′A' die Amplitude der elektrischen oder magnetischen Kraft im ruhenden bez. im bewegten System gemessen, so erhält man:A′2=A2(1−vVcos⁡φ)21−(vV)2,A'^2 = A^2 \frac{\left( 1 - \frac{v}{V} \cos \varphi \right)^2}{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2} ,Light amplitude (moving system)Light amplitude (stationary system)Speed of the moving systemSpeed of lightAngle to the motion, stationary systemExplain this equation welche Gleichung für φ=0\varphi = 0 in die einfachere übergeht:A′2=A21−vV1+vV.A'^2 = A^2 \frac{1 - \frac{v}{V}}{1 + \frac{v}{V}} .Light amplitude (moving system)Light amplitude (stationary system)Speed of the moving systemSpeed of lightExplain this equation

Explained in One phase fixes frequency and direction

[p. 912]Es folgt aus den entwickelten Gleichungen, daß für einen Beobachter, der sich mit der Geschwindigkeit VV einer Lichtquelle näherte, diese Lichtquelle unendlich intensiv erscheinen müßte.

Explained in One phase fixes frequency and direction

[p. 913]§ 8. Transformation der Energie der Lichtstrahlen. Theorie des auf vollkommene Spiegel ausgeübten Strahlungsdruckes.

[p. 913]Da A2/8πA^2/8\pi gleich der Lichtenergie pro Volumeneinheit ist, so haben wir nach dem Relativitätsprinzip A′2/8πA'^2/8\pi als die Lichtenergie im bewegten System zu betrachten. Es wäre daher A′2/A2A'^2/A^2 das Verhältnis der „bewegt gemessenen“ und „ruhend gemessenen“ Energie eines bestimmten Lichtkomplexes, wenn das Volumen eines Lichtkomplexes in KK gemessen und in kk gemessen das gleiche wäre. Dies ist jedoch nicht der Fall. Sind aa, bb, cc die Richtungskosinus der Wellennormalen des Lichtes im ruhenden System, so wandert durch die Oberflächenelemente der mit Lichtgeschwindigkeit bewegten Kugelfläche(x−Vat)2+(y−Vbt)2+(z−Vct)2=R2(x - V a t)^2 + (y - V b t)^2 + (z - V c t)^2 = R^2Position in the stationary systemSpeed of lightDirection cosine (stationary system)Time in the stationary systemPosition in the stationary systemDirection cosine (stationary system)Position in the stationary systemDirection cosine (stationary system)Light-sphere radiusExplain this equation keine Energie hindurch; wir können daher sagen, daß diese Fläche dauernd denselben Lichtkomplex umschließt. Wir fragen nach der Energiemenge, welche diese Fläche im System kk betrachtet umschließt, d. h. nach der Energie des Lichtkomplexes relativ zum System kk.

Explained in Density is not the energy of the whole packet

[pp. 913–914]Die Kugelfläche ist — im bewegten System betrachtet — eine Ellipsoidfläche, welche zur Zeit τ=0\tau = 0 die Gleichung besitzt:(βξ−aβvVξ)2+(η−bβvVξ)2+(ζ−cβvVξ)2=R2.\left( \beta \xi - a \beta \frac{v}{V} \xi \right)^2 + \left( \eta - b \beta \frac{v}{V} \xi \right)^2 + \left( \zeta - c \beta \frac{v}{V} \xi \right)^2 = R^2 .Lorentz factorPosition in the moving systemDirection cosine (stationary system)Speed of the moving systemSpeed of lightPosition in the moving systemDirection cosine (stationary system)Position in the moving systemDirection cosine (stationary system)Light-sphere radiusExplain this equation Nennt man SS das Volumen der Kugel, S′S' dasjenige dieses Ellipsoides, so ist, wie eine einfache Rechnung zeigt:S′S=1−(vV)21−vVcos⁡φ.\frac{S'}{S} = \frac{\sqrt{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2}}{1 - \frac{v}{V} \cos \varphi} .Volume of the light packet, moving systemVolume of the light packet, stationary systemSpeed of the moving systemSpeed of lightAngle to the motion, stationary systemExplain this equation Nennt man also EE die im ruhenden System gemessene, E′E' die im bewegten System gemessene Lichtenergie, welche von der betrachteten Fläche umschlossen wird, so erhält man:E′E=A′28πS′A28πS=1−vVcos⁡φ1−(vV)2,\frac{E'}{E} = \frac{\frac{A'^2}{8\pi} S'}{\frac{A^2}{8\pi} S} = \frac{1 - \frac{v}{V} \cos \varphi}{\sqrt{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2}} ,Energy of the light packet, moving systemEnergy of the light packet, stationary systemLight amplitude (moving system)Volume of the light packet, moving systemLight amplitude (stationary system)Volume of the light packet, stationary systemSpeed of the moving systemSpeed of lightAngle to the motion, stationary systemExplain this equation welche Formel für φ=0\varphi = 0 in die einfachere übergeht:E′E=1−vV1+vV.\frac{E'}{E} = \sqrt{\frac{1 - \frac{v}{V}}{1 + \frac{v}{V}}} .Energy of the light packet, moving systemEnergy of the light packet, stationary systemSpeed of the moving systemSpeed of lightExplain this equation

Explained in Density is not the energy of the whole packet

[p. 914]Es ist bemerkenswert, daß die Energie und die Frequenz eines Lichtkomplexes sich nach demselben Gesetze mit dem Bewegungszustande des Beobachters ändern.

Explained in Density is not the energy of the whole packet

[p. 914]Es sei nun die Koordinatenebene ξ=0\xi = 0 eine vollkommen spiegelnde Fläche, an welcher die im letzten Paragraph betrachteten ebenen Wellen reflektiert werden. Wir fragen nach dem auf die spiegelnde Fläche ausgeübten Lichtdruck und nach der Richtung, Frequenz und Intensität des Lichtes nach der Reflexion.

Explained in Reflection starts with interception

[pp. 914–915]Das einfallende Licht sei durch die Größen AA, cos⁡φ\cos \varphi, ν\nu (auf das System KK bezogen) definiert. Von kk aus betrachtet sind die entsprechenden Größen:A′=A1−vVcos⁡φ1−(vV)2,A' = A \frac{1 - \frac{v}{V} \cos \varphi}{\sqrt{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2}} ,Light amplitude (moving system)Light amplitude (stationary system)Speed of the moving systemSpeed of lightAngle to the motion, stationary systemExplain this equationcos⁡φ′=cos⁡φ−vV1−vVcos⁡φ,\cos \varphi' = \frac{\cos \varphi - \frac{v}{V}}{1 - \frac{v}{V} \cos \varphi} ,Angle to the motion, moving systemAngle to the motion, stationary systemSpeed of the moving systemSpeed of lightExplain this equationν′=ν1−vVcos⁡φ1−(vV)2.\nu' = \nu \frac{1 - \frac{v}{V} \cos \varphi}{\sqrt{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2}} .Frequency, moving systemFrequency, stationary systemSpeed of the moving systemSpeed of lightAngle to the motion, stationary systemExplain this equation Für das reflektierte Licht erhalten wir, wenn wir den Vorgang auf das System kk beziehen:A′′=A′,cos⁡φ′′=−cos⁡φ′,ν′′=ν′.\begin{aligned} A'' &= A' , \\ \cos \varphi'' &= - \cos \varphi' , \\ \nu'' &= \nu' . \end{aligned}Reflected light amplitude (moving system)Light amplitude (moving system)Reflected propagation angle (moving system)Angle to the motion, moving systemReflected light frequency (moving system)Frequency, moving systemExplain this equation Endlich erhält man durch Rücktransformieren aufs ruhende System KK für das reflektierte Licht:A′′′=A′′1+vVcos⁡φ′′1−(vV)2=A1−2vVcos⁡φ+(vV)21−(vV)2,A''' = A'' \frac{1 + \frac{v}{V} \cos \varphi''}{\sqrt{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2}} = A \frac{1 - 2 \frac{v}{V} \cos \varphi + \left( \frac{v}{V} \right)^2}{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2} ,Reflected light amplitude (stationary system)Reflected light amplitude (moving system)Speed of the moving systemSpeed of lightReflected propagation angle (moving system)Light amplitude (stationary system)Angle to the motion, stationary systemExplain this equationcos⁡φ′′′=cos⁡φ′′+vV1+vVcos⁡φ′′=−(1+(vV)2)cos⁡φ−2vV1−2vVcos⁡φ+(vV)2,\cos \varphi''' = \frac{\cos \varphi'' + \frac{v}{V}}{1 + \frac{v}{V} \cos \varphi''} = - \frac{\left( 1 + \left( \frac{v}{V} \right)^2 \right) \cos \varphi - 2 \frac{v}{V}}{1 - 2 \frac{v}{V} \cos \varphi + \left( \frac{v}{V} \right)^2} ,Reflected propagation angle (stationary system)Reflected propagation angle (moving system)Speed of the moving systemSpeed of lightAngle to the motion, stationary systemExplain this equationν′′′=ν′′1+vVcos⁡φ′′1−(vV)2=ν1−2vVcos⁡φ+(vV)2(1−vV)2.\nu''' = \nu'' \frac{1 + \frac{v}{V} \cos \varphi''}{\sqrt{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2}} = \nu \frac{1 - 2 \frac{v}{V} \cos \varphi + \left( \frac{v}{V} \right)^2}{\left( 1 - \frac{v}{V} \right)^2} .Reflected frequencyReflected light frequency (moving system)Speed of the moving systemSpeed of lightReflected propagation angle (moving system)Frequency, stationary systemAngle to the motion, stationary systemExplain this equationSo printed. Read: ν''' = ν'' (1 + (v/V) cos φ'') / √(1 - (v/V)²) = ν (1 - 2 (v/V) cos φ + (v/V)²) / (1 - (v/V)²). The last member's denominator is printed as the square of (1 - v/V), where the paper's own steps give 1 - (v/V)². The record in the correction log

Explained in Reflection starts with interception

[p. 915]Die auf die Flächeneinheit des Spiegels pro Zeiteinheit auftreffende (im ruhenden System gemessene) Energie ist offenbar A2/8π(Vcos⁡φ−v)A^2/8\pi (V \cos \varphi - v). Die von der Flächeneinheit des Spiegels in der Zeiteinheit sich entfernende Energie ist A′′′2/8π(−Vcos⁡φ′′′+v)A'''^2/8\pi (- V \cos \varphi''' + v). Die Differenz dieser beiden Ausdrücke ist nach dem Energieprinzip die vom Lichtdrucke in der Zeiteinheit geleistete Arbeit. Setzt man die letztere gleich dem Produkt P⋅vP \cdot v, wobei PP der Lichtdruck ist, so erhält man:P=2A28π(cos⁡φ−vV)21−(vV)2.P = 2 \frac{A^2}{8\pi} \frac{\left( \cos \varphi - \frac{v}{V} \right)^2}{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2} .Radiation pressure on a mirrorLight amplitude (stationary system)Angle to the motion, stationary systemSpeed of the moving systemSpeed of lightExplain this equation In erster Annäherung erhält man in Übereinstimmung mit der Erfahrung und mit anderen TheorienP=2A28πcos⁡2φ.P = 2 \frac{A^2}{8\pi} \cos^2 \varphi .Radiation pressure on a mirrorLight amplitude (stationary system)Angle to the motion, stationary systemExplain this equation

Explained in Reflection starts with interception

[p. 915]Nach der hier benutzten Methode können alle Probleme der Optik bewegter Körper gelöst werden. Das Wesentliche ist, daß die elektrische und magnetische Kraft des Lichtes, welches durch einen bewegten Körper beeinflußt wird, auf ein relativ zu dem Körper ruhendes Koordinatensystem transformiert werden. Dadurch wird jedes Problem der Optik bewegter Körper auf eine Reihe von Problemen der Optik ruhender Körper zurückgeführt.

Explained in Reflection starts with interception

[p. 916]§ 9. Transformation der Maxwell-Hertzschen Gleichungen mit Berücksichtigung der Konvektionsströme.

[p. 916]Wir gehen aus von den Gleichungen:1V{uxϱ+∂X∂t}=∂N∂y−∂M∂z,1V∂L∂t=∂Y∂z−∂Z∂y,1V{uyϱ+∂Y∂t}=∂L∂z−∂N∂x,1V∂M∂t=∂Z∂x−∂X∂z,1V{uzϱ+∂Z∂t}=∂M∂x−∂L∂y,1V∂N∂t=∂X∂y−∂Y∂x,\begin{aligned} \frac{1}{V} \left\{ u_x \varrho + \frac{\partial X}{\partial t} \right\} &= \frac{\partial N}{\partial y} - \frac{\partial M}{\partial z} , &\qquad \frac{1}{V} \frac{\partial L}{\partial t} &= \frac{\partial Y}{\partial z} - \frac{\partial Z}{\partial y} , \\ \frac{1}{V} \left\{ u_y \varrho + \frac{\partial Y}{\partial t} \right\} &= \frac{\partial L}{\partial z} - \frac{\partial N}{\partial x} , &\qquad \frac{1}{V} \frac{\partial M}{\partial t} &= \frac{\partial Z}{\partial x} - \frac{\partial X}{\partial z} , \\ \frac{1}{V} \left\{ u_z \varrho + \frac{\partial Z}{\partial t} \right\} &= \frac{\partial M}{\partial x} - \frac{\partial L}{\partial y} , &\qquad \frac{1}{V} \frac{\partial N}{\partial t} &= \frac{\partial X}{\partial y} - \frac{\partial Y}{\partial x} , \end{aligned}Speed of lightCharge velocity (stationary system)Charge density, stationary systemElectric field, stationary systemTime in the stationary systemMagnetic field, stationary systemPosition in the stationary systemMagnetic field, stationary systemPosition in the stationary systemMagnetic field, stationary systemElectric field, stationary systemElectric field, stationary systemCharge velocity (stationary system)Position in the stationary systemCharge velocity (stationary system)Explain this equation wobeiϱ=∂X∂x+∂Y∂y+∂Z∂z\varrho = \frac{\partial X}{\partial x} + \frac{\partial Y}{\partial y} + \frac{\partial Z}{\partial z}Charge density, stationary systemElectric field, stationary systemPosition in the stationary systemElectric field, stationary systemPosition in the stationary systemElectric field, stationary systemPosition in the stationary systemExplain this equation die 4π4\pi-fache Dichte der Elektrizität und (ux,uy,uz)(u_x, u_y, u_z) den Geschwindigkeitsvektor der Elektrizität bedeutet. Denkt man sich die elektrischen Massen unveränderlich an kleine, starre Körper (Ionen, Elektronen) gebunden, so sind diese Gleichungen die elektromagnetische Grundlage der Lorentzschen Elektrodynamik und Optik bewegter Körper.

Explained in Neutrality and current belong to a frame

[pp. 916–917]Transformiert man diese Gleichungen, welche im System KK gelten mögen, mit Hilfe der Transformationsgleichungen von § 3 und § 6 auf das System kk, so erhält man die Gleichungen:1V{uξϱ′+∂X′∂τ}=∂N′∂η−∂M′∂ζ,∂L′∂τ=∂Y′∂ζ−∂Z′∂η,1V{uηϱ′+∂Y′∂τ}=∂L′∂ζ−∂N′∂ξ,∂M′∂τ=∂Z′∂ξ−∂X′∂ζ,1V{uζϱ′+∂Z′∂τ}=∂M′∂ξ−∂L′∂η,∂N′∂τ=∂X′∂η−∂Y′∂ξ,\begin{aligned} \frac{1}{V} \left\{ u_\xi \varrho' + \frac{\partial X'}{\partial \tau} \right\} &= \frac{\partial N'}{\partial \eta} - \frac{\partial M'}{\partial \zeta} , &\qquad \frac{\partial L'}{\partial \tau} &= \frac{\partial Y'}{\partial \zeta} - \frac{\partial Z'}{\partial \eta} , \\ \frac{1}{V} \left\{ u_\eta \varrho' + \frac{\partial Y'}{\partial \tau} \right\} &= \frac{\partial L'}{\partial \zeta} - \frac{\partial N'}{\partial \xi} , &\qquad \frac{\partial M'}{\partial \tau} &= \frac{\partial Z'}{\partial \xi} - \frac{\partial X'}{\partial \zeta} , \\ \frac{1}{V} \left\{ u_\zeta \varrho' + \frac{\partial Z'}{\partial \tau} \right\} &= \frac{\partial M'}{\partial \xi} - \frac{\partial L'}{\partial \eta} , &\qquad \frac{\partial N'}{\partial \tau} &= \frac{\partial X'}{\partial \eta} - \frac{\partial Y'}{\partial \xi} , \end{aligned}Speed of lightCharge velocity (moving system)Charge density, moving systemElectric field, moving systemTime in the moving systemMagnetic field, moving systemPosition in the moving systemMagnetic field, moving systemPosition in the moving systemMagnetic field, moving systemElectric field, moving systemElectric field, moving systemCharge velocity (moving system)Position in the moving systemCharge velocity (moving system)Explain this equationSo printed. Read: (1/V) dL'/dτ = dY'/dζ - dZ'/dη , (1/V) dM'/dτ = dZ'/dξ - dX'/dζ , (1/V) dN'/dτ = dX'/dη - dY'/dξ. In the transformed system of section 9, the three right-hand equations (the magnetic ones) are printed without the factor 1/V before the time derivative. The record in the correction log wobeiux−v1−uxvV2=uξ,uyβ(1−uxvV2)=uη,ϱ′=∂X′∂ξ+∂Y′∂η+∂Z′∂ζ=β(1−vuxV2)ϱ.uzβ(1−uxvV2)=uζ.\begin{aligned} \frac{u_x - v}{1 - \frac{u_x v}{V^2}} &= u_\xi , \\ \frac{u_y}{\beta \left( 1 - \frac{u_x v}{V^2} \right)} &= u_\eta , &\qquad \varrho' = \frac{\partial X'}{\partial \xi} + \frac{\partial Y'}{\partial \eta} + \frac{\partial Z'}{\partial \zeta} = \beta \left( 1 - \frac{v u_x}{V^2} \right) \varrho . \\ \frac{u_z}{\beta \left( 1 - \frac{u_x v}{V^2} \right)} &= u_\zeta . \end{aligned}Charge velocity (stationary system)Speed of the moving systemSpeed of lightCharge velocity (moving system)Charge velocity (stationary system)Lorentz factorCharge velocity (moving system)Charge density, moving systemElectric field, moving systemPosition in the moving systemElectric field, moving systemPosition in the moving systemElectric field, moving systemPosition in the moving systemCharge density, stationary systemCharge velocity (stationary system)Charge velocity (moving system)Explain this equation Da — wie aus dem Additionstheorem der Geschwindigkeiten (§ 5) folgt — der Vektor (uξ,uη,uζ)(u_\xi, u_\eta, u_\zeta) nichts anderes ist als die Geschwindigkeit der elektrischen Massen im System kk gemessen, so ist damit gezeigt, daß unter Zugrundelegung unserer kinematischen Prinzipien die elektrodynamische Grundlage der Lorentzschen Theorie der Elektrodynamik bewegter Körper dem Relativitätsprinzip entspricht.

Explained in Neutrality and current belong to a frame

[p. 917]Es möge noch kurz bemerkt werden, daß aus den entwickelten Gleichungen leicht der folgende wichtige Satz gefolgert werden kann: Bewegt sich ein elektrisch geladener Körper beliebig im Raume und ändert sich hierbei seine Ladung nicht, von einem mit dem Körper bewegten Koordinatensystem aus betrachtet, so bleibt seine Ladung auch — von dem „ruhenden“ System KK aus betrachtet — konstant.

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[p. 917]§ 10. Dynamik des (langsam beschleunigten) Elektrons.

[p. 917]In einem elektromagnetischen Felde bewege sich ein punktförmiges, mit einer elektrischen Ladung ε\varepsilon versehenes Teilchen (im folgenden „Elektron“ genannt), über dessen Bewegungsgesetz wir nur folgendes annehmen:

Explained in A force-to-acceleration ratio needs two frame labels

[p. 917]Ruht das Elektron in einer bestimmten Epoche, so erfolgt in dem nächsten Zeitteilchen die Bewegung des Elektrons nach den Gleichungenμd2xdt2=εXμd2ydt2=εYμd2zdt2=εZ,\begin{aligned} \mu \frac{d^2 x}{d t^2} &= \varepsilon X \\ \mu \frac{d^2 y}{d t^2} &= \varepsilon Y \\ \mu \frac{d^2 z}{d t^2} &= \varepsilon Z , \end{aligned}Electron massPosition in the stationary systemTime in the stationary systemElectron chargeElectric field, stationary systemPosition in the stationary systemElectric field, stationary systemPosition in the stationary systemElectric field, stationary systemExplain this equation wobei xx, yy, zz die Koordinaten des Elektrons, μ\mu die Masse des Elektrons bedeutet, sofern dasselbe langsam bewegt ist.

Explained in A force-to-acceleration ratio needs two frame labels

[p. 917]Es besitze nun zweitens das Elektron in einer gewissen Zeitepoche die Geschwindigkeit vv. Wir suchen das Gesetz, nach welchem sich das Elektron im unmittelbar darauf folgenden Zeitteilchen bewegt.

Explained in A force-to-acceleration ratio needs two frame labels

[pp. 917–918]Ohne die Allgemeinheit der Betrachtung zu beeinflussen, können und wollen wir annehmen, daß das Elektron in dem Momente, wo wir es ins Auge fassen, sich im Koordinatensprung befinde und sich längs der XX-Achse des Systems KK mit der Geschwindigkeit vv bewege. Es ist dann einleuchtend, daß das Elektron im genannten Momente (t=0t = 0) relativ zu einem längs der XX-Achse mit der konstanten Geschwindigkeit vv parallelbewegten Koordinatensystem kk ruht.

Explained in A force-to-acceleration ratio needs two frame labels

[p. 918]Aus der oben gemachten Voraussetzung in Verbindung mit dem Relativitätsprinzip ist klar, daß sich das Elektron in der unmittelbar folgenden Zeit (für kleine Werte von tt) vom System kk aus betrachtet nach den Gleichungen bewegt:μd2ξdτ2=εX′,μd2ηdτ2=εY′,μd2ζdτ2=εZ′,\begin{aligned} \mu \frac{d^2 \xi}{d \tau^2} &= \varepsilon X' , \\ \mu \frac{d^2 \eta}{d \tau^2} &= \varepsilon Y' , \\ \mu \frac{d^2 \zeta}{d \tau^2} &= \varepsilon Z' , \end{aligned}Electron massPosition in the moving systemTime in the moving systemElectron chargeElectric field, moving systemPosition in the moving systemElectric field, moving systemPosition in the moving systemElectric field, moving systemExplain this equation wobei die Zeichen ξ\xi, η\eta, ζ\zeta, τ\tau, X′X', Y′Y', Z′Z' sich auf das System kk beziehen. Setzen wir noch fest, daß für t=x=y=z=0t = x = y = z = 0 τ=ξ=η=ζ=0\tau = \xi = \eta = \zeta = 0 sein soll, so gelten die Transformationsgleichungen der §§ 3 und 6, so daß gilt:τ=β(t−vV2x),ξ=β(x−vt),X′=X,η=y,Y′=β(Y−vVN),ζ=z,Z′=β(Z+vVM).\begin{aligned} \tau &= \beta \left( t - \frac{v}{V^2} x \right) , \\ \xi &= \beta (x - v t) , &\qquad X' &= X , \\ \eta &= y , &\qquad Y' &= \beta \left( Y - \frac{v}{V} N \right) , \\ \zeta &= z , &\qquad Z' &= \beta \left( Z + \frac{v}{V} M \right) . \end{aligned}Time in the moving systemLorentz factorTime in the stationary systemSpeed of the moving systemSpeed of lightPosition in the stationary systemPosition in the moving systemElectric field, moving systemElectric field, stationary systemPosition in the moving systemPosition in the stationary systemElectric field, moving systemElectric field, stationary systemMagnetic field, stationary systemPosition in the moving systemPosition in the stationary systemElectric field, moving systemElectric field, stationary systemMagnetic field, stationary systemExplain this equation

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[p. 918]Mit Hilfe dieser Gleichungen transformieren wir die obigen Bewegungsgleichungen vom System kk auf das System KK und erhalten:{d2xdt2=εμ1β3X,d2ydt2=εμ1β(Y−vVN),d2zdt2=εμ1β(Z+vVM).\left\{ \begin{aligned} \frac{d^2 x}{d t^2} &= \frac{\varepsilon}{\mu} \frac{1}{\beta^3} X , \\ \frac{d^2 y}{d t^2} &= \frac{\varepsilon}{\mu} \frac{1}{\beta} \left( Y - \frac{v}{V} N \right) , \\ \frac{d^2 z}{d t^2} &= \frac{\varepsilon}{\mu} \frac{1}{\beta} \left( Z + \frac{v}{V} M \right) . \end{aligned} \right.Position in the stationary systemTime in the stationary systemElectron chargeElectron massLorentz factorElectric field, stationary systemPosition in the stationary systemElectric field, stationary systemSpeed of the moving systemSpeed of lightMagnetic field, stationary systemPosition in the stationary systemElectric field, stationary systemMagnetic field, stationary systemExplain this equation

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[pp. 918–919]Wir fragen nun in Anlehnung an die übliche Betrachtungsweise nach der „longitudinalen“ und „transversalen“ Masse des bewegten Elektrons. Wir schreiben die Gleichungen (A) in der Formμβ3d2xdt2=εX=εX′,μβ2d2ydt2=εβ(Y−vVN)=εY′,μβ3d2zdt2=εβ(Z+vVM)=εZ′\begin{aligned} \mu \beta^3 \frac{d^2 x}{d t^2} &= \varepsilon X = \varepsilon X' , \\ \mu \beta^2 \frac{d^2 y}{d t^2} &= \varepsilon \beta \left( Y - \frac{v}{V} N \right) = \varepsilon Y' , \\ \mu \beta^3 \frac{d^2 z}{d t^2} &= \varepsilon \beta \left( Z + \frac{v}{V} M \right) = \varepsilon Z' \end{aligned}Electron massLorentz factorPosition in the stationary systemTime in the stationary systemElectron chargeElectric field, stationary systemElectric field, moving systemPosition in the stationary systemElectric field, stationary systemSpeed of the moving systemSpeed of lightMagnetic field, stationary systemElectric field, moving systemPosition in the stationary systemElectric field, stationary systemMagnetic field, stationary systemElectric field, moving systemExplain this equationSo printed. Read: μ β² d²z/dt² = ε β (Z + (v/V) M) = ε Z'. The display that rewrites equations (A) prints three rows, and the z row's coefficient carries β³ where the paper's own steps give β². The record in the correction log und bemerken zunächst, daß εX′\varepsilon X', εY′\varepsilon Y', εZ′\varepsilon Z' die Komponenten der auf das Elektron wirkenden ponderomotorischen Kraft sind, und zwar in einem in diesem Moment mit dem Elektron mit gleicher Geschwindigkeit wie dieses bewegten System betrachtet. (Diese Kraft könnte beispielsweise mit einer im letzten System ruhenden Federwage gemessen werden.) Wenn wir nun diese Kraft schlechtweg „die auf das Elektron wirkende Kraft“ nennen und die GleichungMassenzahl×Beschleunigungszahl=Kraftzahl\text{Massenzahl} \times \text{Beschleunigungszahl} = \text{Kraftzahl}Explain this equation aufrechterhalten, und wenn wir ferner festsetzen, daß die Beschleunigungen im ruhenden System KK gemessen werden sollen, so erhalten wir aus obigen Gleichungen:Longitudinale Masse=μ(1−(vV)2)3,\text{Longitudinale Masse} = \frac{\mu}{\left( \sqrt{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2} \right)^3} ,Electron massSpeed of the moving systemSpeed of lightExplain this equationTransversale Masse=μ1−(vV)2.\text{Transversale Masse} = \frac{\mu}{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2} .Electron massSpeed of the moving systemSpeed of lightExplain this equation

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[p. 919]Natürlich würde man bei anderer Definition der Kraft und der Beschleunigung andere Zahlen für die Massen erhalten; man ersieht daraus, daß man bei der Vergleichung verschiedener Theorien der Bewegung des Elektrons sehr vorsichtig verfahren muß.

Explained in A force-to-acceleration ratio needs two frame labels

[p. 919]Wir bemerken, daß diese Resultate über die Masse auch für die ponderabeln materiellen Punkte gilt; denn ein ponderabler materieller Punkt kann durch Zufügen einer beliebig kleinen elektrischen Ladung zu einem Elektron (in unserem Sinne) gemacht werden.

Explained in A force-to-acceleration ratio needs two frame labels

[pp. 919–920]Wir bestimmen die kinetische Energie des Elektrons. Bewegt sich ein Elektron vom Koordinatenursprung des Systems KK aus mit der Anfangsgeschwindigkeit 0 beständig auf der XX-Achse unter der Wirkung einer elektrostatischen Kraft XX, so ist klar, daß die dem elektrostatischen Felde entzogene Energie den Wert ∫εXdx\int \varepsilon X d x hat. Da das Elektron langsam beschleunigt sein soll und infolgedessen keine Energie in Form von Strahlung abgeben möge, so muß die dem elektrostatischen Felde entzogene Energie gleich der Bewegungsenergie WW des Elektrons gesetzt werden. Man erhält daher, indem man beachtet, daß während des ganzen betrachteten Bewegungsvorganges die erste der Gleichungen (A) gilt:W=∫εXdx=∫0vβ3vdv=μV2{11−(vV)2−1}.W = \int \varepsilon X d x = \int_0^v \beta^3 v d v = \mu V^2 \left\{ \frac{1}{\sqrt{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2}} - 1 \right\} .Kinetic energyElectron chargeElectric field, stationary systemPosition in the stationary systemSpeed of the moving systemLorentz factorElectron massSpeed of lightExplain this equationSo printed. Read: W = ∫ ε X dx = μ ∫₀^v β³ v dv = μ V² { 1/√(1-(v/V)²) - 1 }. The middle member omits the mass factor μ carried by the first equation of system (A) (d²x/dt² = (ε/μ) β⁻³ X), so as printed the middle member does not equal the outer two. The record in the correction log

Explained in The work integral has an observable endpoint

[p. 920]WW wird also für v=Vv = V unendlich groß. Überlichtgeschwindigkeiten haben — wie bei unseren früheren Resultaten — keine Existenzmöglichkeit.

Explained in The work integral has an observable endpoint

[p. 920]Auch dieser Ausdruck für die kinetische Energie muß dem oben angeführten Argument zufolge ebenso für ponderable Massen gelten.

Explained in The work integral has an observable endpoint

[p. 920]Wir wollen nun die aus dem Gleichungssystem (A) resultierenden, dem Experimente zugänglichen Eigenschaften der Bewegung des Elektrons aufzählen.

Explained in The work integral has an observable endpoint

[p. 920]1. Aus der zweiten Gleichung des Systems (A) folgt, daß eine elektrische Kraft YY und eine magnetische Kraft NN dann gleich stark ablenkend wirken auf ein mit der Geschwindigkeit vv bewegtes Elektron, wenn Y=N⋅v/VY = N \cdot v/V. Man ersieht also, daß die Ermittelung der Geschwindigkeit des Elektrons aus dem Verhältnis der magnetischen Ablenkbarkeit AmA_m und der elektrischen Ablenkbarkeit AeA_e nach unserer Theorie für beliebige Geschwindigkeiten möglich ist durch Anwendung des Gesetzes:AmAe=vV.\frac{A_m}{A_e} = \frac{v}{V} .Magnetic deflectabilityElectric deflectabilitySpeed of the moving systemSpeed of lightExplain this equation

Explained in The work integral has an observable endpoint

[p. 920]Diese Beziehung ist der Prüfung durch das Experiment zugänglich, da die Geschwindigkeit des Elektrons auch direkt, z. B. mittels rasch oszillierender elektrischer und magnetischer Felder, gemessen werden kann.

Explained in The work integral has an observable endpoint

[pp. 920–921]2. Aus der Ableitung für die kinetische Energie des Elektrons folgt, daß zwischen der durchlaufenen Potentialdifferenz und der erlangten Geschwindigkeit vv des Elektrons die Beziehung gelten muß:P=∫Xdx=μεV2{11−(vV)2−1}.P = \int X d x = \frac{\mu}{\varepsilon} V^2 \left\{ \frac{1}{\sqrt{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2}} - 1 \right\} .Accelerating voltageElectric field, stationary systemPosition in the stationary systemElectron massElectron chargeSpeed of lightSpeed of the moving systemExplain this equation

Explained in The work integral has an observable endpoint

[p. 921]3. Wir berechnen den Krümmungsradius RR der Bahn, wenn eine senkrecht zur Geschwindigkeit des Elektrons wirkende magnetische Kraft NN (als einzige ablenkende Kraft) vorhanden ist. Aus der zweiten der Gleichungen (A) erhalten wir:−d2ydt2=v2R=εμvVN⋅1−(vV)2- \frac{d^2 y}{d t^2} = \frac{v^2}{R} = \frac{\varepsilon}{\mu} \frac{v}{V} N \cdot \sqrt{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2}Position in the stationary systemTime in the stationary systemSpeed of the moving systemRadius of the circular pathElectron chargeElectron massSpeed of lightMagnetic field, stationary systemExplain this equation oderR=V2με⋅vV1−(vV)2⋅1N.R = V^2 \frac{\mu}{\varepsilon} \cdot \frac{\frac{v}{V}}{\sqrt{1 - \left( \frac{v}{V} \right)^2}} \cdot \frac{1}{N} .Radius of the circular pathSpeed of lightElectron massElectron chargeSpeed of the moving systemMagnetic field, stationary systemExplain this equation

Explained in The work integral has an observable endpoint

[p. 921]Diese drei Beziehungen sind ein vollständiger Ausdruck für die Gesetze, nach denen sich gemäß vorliegender Theorie das Elektron bewegen muß.

Explained in The work integral has an observable endpoint

[p. 921]
Zum Schlusse bemerke ich, daß mir beim Arbeiten an dem hier behandelten Probleme mein Freund und Kollege M. Besso treu zur Seite stand und daß ich demselben manche wertvolle Anregung verdanke.
[p. 921]
Bern, Juni 1905.
[p. 921]
(Eingegangen 30. Juni 1905.)

Fußnoten

  1. 1) Die Ungenauigkeit, welche in dem Begriffe der Gleichzeitigkeit zweier Ereignisse an (annähernd) demselben Orte steckt und gleichfalls durch eine Abstraktion überbrückt werden muß, soll hier nicht erörtert werden. ↩

    Not yet explained on this site.

  2. 1) „Zeit“ bedeutet hier „Zeit des ruhenden Systems“ und zugleich „Zeigerstellung der bewegten Uhr, welche sich an dem Orte, von dem die Rede ist, befindet“. ↩

    Explained in A length is a specified pair of events

  3. 1) Das heißt einen Körper, welcher ruhend untersucht Kugelgestalt besitzt. ↩

    Explained in Use the same measurement protocol

  4. 1) Ist z. B. X=Y=Z=L=M=0X = Y = Z = L = M = 0 und N≠0N \neq 0, so ist aus Symmetriegründen klar, daß bei Zeichenwechsel von vv ohne Änderung des numerischen Wertes auch Y′Y' sein Vorzeichen ändern muß, ohne seinen numerischen Wert zu ändern. ↩

    Explained in Transform derivatives before naming fields

Page 891 as printed in Annalen der Physik, volume 17.
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